Herr Direktor Gschwendtner, einer der ersten Master of Education Österreichs
Bild: Dautovic/PH OÖ

Günter Gschwendtner, ein Master of Education

Von Valentina Dirmaier

Die ersten Hybrid-Studenten aus PH und JKU konnten den Hochschullehrgang abschließen. Der Schuldirektor Günter Gschwendtner aus Bad Goisern ist einer von ihnen.

Es waren die steigenden Herausforderungen im Schulalltag, die Direktor Günter Gschwendtner dazu anspornten, mit 50 noch einmal Student zu werden und noch eine Hochschulausbildung zu absolvieren. Drei Jahre später ist der Schulleiter der Welterbe Neuen Mittelschule Bad Goisern einer der ersten 14 Studenten Österreichs – zehn davon aus OÖ – , die sich mit dem Master of Education betiteln dürfen.

"Der Hochschullehrgang 'Schulmanagement: Professionell führen – nachhaltig entwickeln' war seit der Systemumstellung (Anm.: Bachelor/Master) der erste im Lehrbildungsbereich", sagt Katharina Soukup-Altrichter, Vizerektorin der Pädagogischen Hochhschule Oberösterreich (PH).

"Als Direktor musst du eine Schule nicht nur mit Hausverstand, sondern auch professionell führen. Wir sind in einer Leberkäsesituation, von oben kommen wir Diktionen von der Politik, unten sind die Eltern. Da ist es wichtig, wenn man beispielsweise Konflikte durch das Zusatzwissen der Ausbildung gut bewältigen kann", sagt der Direktor aus dem Salzkammergut, der seine Thesis zum Thema "Der Einfluss der Schulleitung auf Lehrerinnen und Lehrer – Zwischen Handlungsohnmacht und Handlungsmacht" verfasste.

Der Masterstudiengang brachte zudem die ersten Hybrid-Studenten hervor. Denn dies war die erste Kooperation zwischen PH und JKU, lange bevor im vergangenen Herbst die neue Lehrer-Ausbildung für die Sekundarstufe (AHS, NMS, Hauptschule) eingeführt wurde. Die Zusammenarbeit hat gefruchtet, wie Professoren und Studenten bestätigen. "Ich würde das Studium zu 100 Prozent an alle Schulleiter weiterempfehlen, weil der überwiegende Teil des Lehrstoffs sofort umgesetzt werden kann", sagt Gschwendtner, der seit 2009 Schulleiter ist.

Die erwähnte Verquickung zwischen den neun Universitäten und Hochschulen in OÖ und Salzburg – darunter auch PH und JKU – verlaufe gut. "Angesichts der Größe des Projekts und der Verdoppelung der Studierenden hätten wir uns größere Probleme erwartet", sagt Soukup-Altrichter.

Ihr Kollegium ist dadurch mit mehr Terminen konfrontiert. Das betrifft besonders die Kooperationen zwischen Lehrenden, die das selbe Fach unterrichten. Viele Studenten aus Linz müssten sich erst an die Umstellung und Erweiterung des Bildungsangebotes an mehreren Standorten gewöhnen.

"Ich selbst habe in Wien studiert, da war das völlig normal, an verschiedenen Orten zu sein, hier in Linz ist das für viele neu", sagt die PH-Vizerektorin.

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