Datenschutz
Bild: Colourbox

Ein Wächter über unsere Daten

Von Susanna Sailer

Ein neuer Beruf entsteht: Ab Mai 2918 wird es Datenschutzbeauftragte brauchen.

Eigentlich ist der Datenschutzbeauftragte eine Art Ombudsmann für unsere persönlichen Daten. „Den werden ab Mai 2018 jene Unternehmen und Institutionen brauchen, die sensible Daten verarbeiten und dies zum Haupterwerbszweck tun“, sagt Gerhard Zahrer, Prokurist des bfi Oberösterreich. Darunter fallen unter anderem Profiling-Unternehmen, die vom Datensammeln leben. Das Gute daran: Konsumenten haben dann einen Anspruch darauf, dass ihnen jemand klar Auskunft gibt, welche Daten er über sie besitzt. Es besteht das Recht auf das „Vergessenwerden“ – ein Konsument kann die Löschung dieser Daten durchsetzen.

Erste Ausbildungen finden statt

Möglich wird das durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung, die in Österreich ab 25. Mai 2018 schlagend wird. „Die EU hat eine neue datenschutzrechtliche Rolle in einem Unternehmen geschaffen: den Datenschutzbeauftragten“, sagt Wifi-Fachbereichsleiter Reinhard Nagler. Ein neuer Beruf entsteht dadurch, weswegen Bildungseinrichtungen wie das Wifi und das bfi bereits Seminare anbieten, um die nötigen Kompetenzen zu vermitteln. Denn ein Datenschutzbeauftragter wird Berater und Kontrolleur im Unternehmen sein. Er soll darüber wachen, dass die Vorschriften eingehalten werden, und für den Datenschutz sensibilisieren.

Einer, der derzeit die Ausbildung zum diplomierten Datenschutzbeauftragten absolviert, ist Wolfgang C. Gumilar, Prokurist und Leiter des Finanz- und Rechnungswesens der OÖ. Theater und Orchester GmbH. „Datenschutz muss per se nichts mit IT zu tun haben. Jeder Bürokasten und jedes Brieffach in einem Büro unterliegt dieser Regelung ebenfalls“, sagt Gumilar. Datenschutzbeauftragte werden erster Ansprechpartner für die künftig zuständige Datenschutzbehörde sein. „So wie ich es sehe, wird mit der EU-Verordnung das Grundrecht Datenschutz garantiert, ähnlich dem Recht auf freie Meinungsäußerung oder Religionsfreiheit.“ Der Datenschutzbeauftragte wird der Geschäftsführung berichten und sie beraten.

bfi-Prokurist Zahrer geht davon aus, dass IT-Sicherheit und Datenschutz „massive Themen der Zukunft“ sein werden. Gumilar pflichtet ihm bei: „Datenschutz wird sich sicher zu einer eigenen Marktnische und Branche entwickeln.“

 

Das macht ein Datenschutzbeauftragter:

Datenschutzbeauftragte sind frühzeitig in alle mit dem Schutz personenbezogener Daten zusammenhängenden Fragen einzubinden.

Der Verantwortliche (Geschäftsführung) und Auftragsverarbeiter (ein zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten beauftragter Dienstleister) hat den Datenschutzbeauftragten bei der Erfüllung seiner Aufgaben

  • mit den erforderlichen Ressourcen und
  • den Zugang zu personenbezogenen Daten und Verarbeitungsvorgängen sowie
  • die zur Erhaltung seines Fachwissens erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellen.

Datenschutzbeauftragte überwachen der Einhaltung der EU-Verordnung und anderer Datenschutzvorschriften und arbeiten mit der Aufsichtsbehörde zusammen. Die sind Anlaufstelle für diese Behörde.

Datenschutzbeauftragte sensibilisieren, weisen notwendige Schulung an den Verarbeitungsvorgängen beteiligter Mitarbeiter zu und überprüfen diese Maßnahmen.

Datenschutzbeauftragte be-/unterrichten den Verantwortlichen oder den Auftragsbearbeiter und die Beschäftigten, welche Verarbeitungen durchführen hinsichtlich ihrer Pflicht nach dieser Verordnung und nach sonstigen Datenschutzvorschriften der EU bzw. der Mitgliedsstaaten

Datenschutzbeauftragte, sind in der Erfüllung ihrer Aufgabe an die Wahrung der Geheimhaltung oder der Vertraulichkeit gebunden und bei Ausübung Ihrer Verantwortung weisungsfrei und nicht im Interessenskonflikt mit ihren Aufgaben und Pflichten. Dieser ganz besondere Schutz spiegelt klar die große Verantwortung wieder, die der Datenschutzbeauftragte im Unternehmen zu tragen hat.

 

Das wird in den Kursen gelehrt:

Der Gesetzgeber verlangt vom Datenschutzbeauftragten en Fachwissen auf dem Gebiet des Datenschutzrechtes und der Datenschutzpraxis.Im Kurs zur Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten stehen daher diese beiden Wissensgebiete im Zentrum der Wissensvermittlung. Dabei wird, vor allem darauf Wert gelegt, dass jeder Teilnehmer/in ein möglichst hohes Ausmaß an Kenntnis der Rechtsregeln vor allem der DSGVO erhält, um damit eine möglichst kompetenten Handlungsgrundlage als zertifizierter Datenschutzbeauftragter zu erhalten.

 

 

 

Bitte Javascript aktivieren!