Über die eigenen Firmengrenzen hinausblicken
Bild: Sabine Kneidinger

Über die eigenen Firmengrenzen hinausblicken

Von Sigrid Brandstätter

Wo stehen die heimischen Unternehmen in der Digitalisierung? Was kann man von jenen lernen, die auf dem Weg dahin schon weit sind? Die Analyse dieser Fragen stand im Zentrum einer Studie, die die Limak Austrian Business School an der Linzer Kepler Universität umfassend untersucht hat. Beim dieswöchigen Digital Summit wurden die Ergebnisse der Studie mit mehr als 200 Befragten vorgestellt.

22 Prozent der Firmen sind nach Eigeneinschätzung in der Phase der Recherche und Informationsphase. Ein weiteres Fünftel entwickelt derzeit eine Strategie. Bereits 36 Prozent berichten von konkreten Pilotprojekten. Fast ein Viertel hat die Digitalisierung in das Geschäft integriert.

Zu wenig Zeit für Strategie

Susanne Summereder vom Limak-Firmengeschäft In.Spire weist darauf hin, dass oft zu wenig Zeit und Energie in die Strategieentwicklung gesteckt werde. So werde der von Start-ups praktizierte Versuch-und-Irrtum-Ansatz realisiert: Rasch Pilotprojekte umsetzen. Das berge die Gefahr von Insellösungen, die nur von einer kleinen Gruppe im Betrieb entwickelt, gekannt und genutzt werden. Einige traditionelle Unternehmen, die Digitalisierung in ihrem Geschäftsmodell bereits leben, hat die Limak näher betrachtet. Mehrere Beispiele wurden vorgestellt: So hat die Primetals Technologies (früher Siemens VAI) bereits 2012 Anlagen mit Assistenzsystemen und lernenden Systemen ausgestattet, die Fernwartungen ermöglicht haben. Heute gebe es Kundenplattformen, auf der in Echtzeit Erfahrungen ausgetauscht werden können. "Da wurde Mut zur Investition bewiesen und früh erkannt, welche Bedeutung die Harmonisierung von Datenbeständen hat", so Julia Stöger von Limak In.Spire. Die Sporteinkaufsgenossenschaft Sport 2000 hat ihre auf einzelne Sportarten spezialisierten Sportgeschäfte mit einem digitalen Ladentisch ausgestattet. Damit kann der Kunde im Geschäft auf die Warenbestände aller anderen Filialen und des Zentrallagers zugreifen. "Da wurde Etabliertes mit Neuem mit großer Kundenorientierung verbunden", so Stöger.

Der Baukonzern Strabag arbeitet mit digitalen Plänen, die es über eine Virtual-Reality-Brille erlauben, in das Bauvorhaben einzusteigen. Das ermögliche fachübergreifende Analyse, die andere Bauzulieferer einbinde. Dieses Über-den-Tellerrand-Blicken sei wie offene Firmenkulturen und ebensolche Arbeitsräume ein wichtiges Merkmal gelungener Digitalisierung. (sib)

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