Bild: Moser

Enormer Andrang bei BMW

Die Motorenfabrik ist der Stolz der Region: Aus Sicherheitsgründen wurden beim tag der offenen Türe 35.000 Besucher in Blöcken eingelassen.

Im ersten Betriebsjahr vor 35 Jahren schraubten 770 Mitarbeiter 9169 Motoren zusammen. Im vergangenen Jahr gingen im Steyrer BMW-Motorenwerk 1,2 Millionen Stück vom Band, die einstige Jahresproduktion schafft die nun 4500-köpfige Belegschaft und die Roboter in eineinhalb Werkstagen. Mit dem "Herzen aus Steyr", das in jedem zweiten BMW und Mini pumpt, ergibt das eine Autokolonne vom Werkstor bis nach Paris, sagte gestern Werksdirektor Gerhard Wölfel zum 35-jährigen Jubiläum und den von langer Hand von 300 Mitarbeitern organisierten "Tag der offenen Tür".

Eine endlose Autoschlange staute sich schon, bevor die Werkstore für die kalkulierten 15.000 Besucher öffneten. In Zeiten, in denen der Dieselkraftstoff in den Medien in Verruf gekommen ist, pilgerte eine Völkerwanderung auf vier Rädern zum BMW-Motorenwerk. Die von den Nachbarfabriken SKF und MAN ebenfalls bereitgestellten Parkplätze waren gegen Mittag auch schon voll. Die Werkstore mussten geschlossen werden, damit sich aus Sicherheitsgründen nicht mehr als 20.000 Besucher auf dem Gelände befanden. Nach einem "Schichtwechsel", als die ersten Besucher heimgingen, konnten nachströmende Werksgäste wieder eingelassen werden.

Das Regenwetter zwang die Großveranstaltung in die Fabrikshallen und unter die Flugdächer. Familien hängten stolz die gelben Luftballons "I love Motoren" auf die Kinderwägen, die sie durch das Gedränge schoben. BMW, das zeigte sich an allen Ecken des Riesenareals, hat einen guten Stand bei der Bevölkerung. Bürgermeister Gerald Hackl (SP) brachte es bei dem Festakt auf der Hauptbühne auf den Punkt: "Wenn damals nicht das BMW-Werk nach Steyr gekommen wäre, dann hätte unsere Stadt und Region eine Krise erleben müssen wie die Mur-Mürzfurche." Was das Land an dem Arbeitgeber aus Bayern hat, das drückte Landeshauptmann Thomas Stelzer mit einem Mitbringsel aus Linz für Werksdirektor Gerhard Wölfel aus: Er überreichte dem Manager, unter dessen Führung BMW im Vorjahr nicht nur einen Rekordumsatz von 3,9 Milliarden Euro, sondern auch seinen Höchstmitarbeiterstand erreicht hat, das "Große Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich". Wölfel sagte voll Zuversicht, "dass wir den Diesel noch sehr lange sehen werden", mit Feinstaubfilterung werde er wesentlich zur Erreichung der Klimaziele beitragen.

An den unzähligen Werksstationen gaben Mitarbeiter in gelben Polohemden Auskunft. Aber auch viele BMW-Arbeiter zeigten in der Freizeit Verwandten und Bekannten nicht ohne Stolz ihre Firma, in der sie beschäftigt sind.

Beeindruckend auf die Besucher wirkten die Industrieroboter, die im Leerlauf Motorenblöcke weiterreichten. "Wird die Türe der Einhausung geöffnet, stoppt der Automat sofort", erklärte der Montagearbeiter an der Computersteuerung. Ein Schwenk mit dem Roboterarm kann einen Menschen töten. Am Förderband sind Frauen bereits in der Überzahl, damit der Qualitätsanspruch von BMW stimmt, ist volle Konzentration in der Schicht gefragt. Wer aufs Klo muss, bittet eine Kollegin, kurz die Position zu übernehmen. Auf Facebook-Einträgen zum "Tag der offenen Tür" las man häufig, dass die Leute hier gerne arbeiteten.

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