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Auf der Suche nach den Fachkräften von morgen

Von Martin Roithner

Jugend & Beruf: Die OÖN präsentieren Österreichs größte Messe für Beruf und Ausbildung, die von 11. bis 14. Oktober in Wels stattfindet.

Es sind alarmierende Zahlen, die aus Statistiken des Landes Oberösterreich hervorgehen: Bis zum Jahr 2036 wird es bei uns 20.000 Lehrlinge weniger als im Jahr 2015 geben. Bei den Akademikern werden es etwa 6800 weniger sein, die einen Abschluss in der Tasche haben werden. Dies habe einerseits mit dem demografischen Wandel zu tun und andererseits damit, dass etwa das Image der Lehre nicht das beste sei, sagen Beobachter.

Eine Möglichkeit, dem entgegenzusteuern, bietet die von den OÖNachrichten präsentierte Messe Jugend & Beruf. Sie findet von 11. bis 14. Oktober in Wels statt. Es ist die 28. Auflage. Veranstalter sind das Land und die Wirtschaftskammer (WK). Jugendliche können sich über 200 Lehrberufe, mehr als 20 Schularten und viele Studien-, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren. Es gibt heuer 269 Aussteller, um 16 mehr als im Vorjahr. Der Eintritt ist frei.

Positiver Trend hat Kehrseite

"Wir müssen alles unternehmen, um unserer Jugend eine treffsichere Bildungs- und Berufswahl zu ermöglichen", sagte Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer, die gestern, Montag, die Details zur Messe gemeinsam mit Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl vorstellte. Die Konjunktur sei derzeit gut, der Ausblick der oberösterreichischen Unternehmen aktuellen Umfragen zufolge besser als noch vor einem halben Jahr. Das habe unmittelbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Oberösterreichs Betriebe werden laut Schätzungen der Wirtschaftskammer heuer rund 5000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Der positive Trend habe aber auch eine Kehrseite – er verschärfe den bestehenden Engpass an Fachkräften.

Deswegen sei es umso wichtiger, Stärken und Fähigkeiten der Jugendlichen mit den Anforderungen für den künftigen Beruf abzugleichen. Das bringe dem Standort Oberösterreich mehr Wettbewerbsfähigkeit, so Hummer.

In dieselbe Kerbe schlug Strugl. "Kein Talent darf verloren gehen, kein junger Mensch soll in Oberösterreich ohne Ausbildung bleiben." Es gebe keinen Mangel an Arbeit, sondern einen Mangel an Arbeitskräften, vor allem im IKT-Bereich (Informations- und Kommunikationstechnologie).

AK ist heuer nicht dabei

Die Arbeiterkammer (AK) wird nach vielen Jahren heuer nicht Partner der Messe sein und auch keinen Stand haben. Wie berichtet, lud Hummer die AK aus. Grund ist ein Video, in dem Firmenchefs als sexistische, geldgierige Kapitalisten dargestellt wurden. Seither ist das Verhältnis zwischen AK und WK zerrüttet. 

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