Wie künstliche Intelligenz die Personalsuche verändert

HR-Tagung: Künstliche Intelligenz wählt aus

Von Susanna Sailer

Wie künstliche Intelligenz die Personalsuche verändern wird: Vordenker Sven Semet verrät die bereits gelebte Praxis bei IBM.

LINZ. Wie Digitalisierung die Personalauswahl beeinflussen wird, damit setzt sich die HR-Tagung am 15. Februar auseinander  . Sven Semet gilt bei IBM Deutschland als Vordenker bei der digitalen Transformation in Personalabteilungen – er ist einer der Referenten.

Im Alltag der IBM-Personalisten ist die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz bereits gang und gäbe. Mit "Watson" hat der Konzern ein Assistenzsystem auf den Markt gebracht, das dafür auch zum Einsatz kommt. Semet: "Watson kann die Interaktion zwischen Mensch und Maschine optimieren. Daten werden analysiert, interpretiert und Hypothesen abgeleitet. Durch die regelmäßige Interaktion mit Experten lernt das System kontinuierlich bessere Vorhersagen zu machen."

Ein Beispiel aus dem Bewerbungsmanagement: Wer sich für eine Stelle bei IBM interessiert, findet auf der Recruiting-Seite der Unternehmens-Homepage einen Chatbot vor. Es handelt sich um ein Programm, das die Art interpretiert, wie und was Menschen schreiben und texten. "Watson analysiert den Lebenslauf und sucht die dazu passenden offenen Stellen bei IBM", sagt Semet. Wer keinen Lebenslauf eingibt, beantwortet stattdessen ein paar Fragen, die Watson für Kandidaten bereithält. Das System erstellt ein Profil des Bewerbers und kann für ihn offene Stellen finden.

System macht Lernvorschläge

Ein anderes Beispiel kommt aus der Mitarbeiterentwicklung. Das System kennt die Kompetenzen, Erfahrungen und die Karrierepläne der Beschäftigten sowie deren Vorlieben, wie sie am leichtesten lernen. "Anhand der Analyse werden den Beschäftigten Lernvorschläge serviert", sagt Semet. Die Empfehlung bei IBM laute, im Jahr mindestens 40 Stunden während der Arbeit fürs Lernen aufzuwenden. Semet: "Unsere Leute übererfüllen das: Der Schnitt liegt bei 72 Stunden."

Das System zu überlisten, würde keinem helfen und sei fast nicht möglich. Spätestens beim Interview mit Personalisten würden Ungereimtheiten auffallen. Semet rät, bei der Online-Bewerbung so viele Informationen wie möglich preiszugeben. Es sei besser, mehr Beispiele anzuführen, bei denen spezielle Kompetenzen in der beruflichen Vergangenheit zum Vorschein kamen, als nur ein Beispiel ausführlich zu beschreiben.

Künftig werden die digitalen Fingerabdrücke, die Menschen im Internet hinterlassen, eine stärkere Rolle spielen. Um die soziale Kompetenz eines Bewerbers zu analysieren, kann das System Schnittstellen zu sozialen Plattformen knüpfen. Semet: "Kandidaten sollten ihre Profile in sozialen Netzwerken, wie etwa auf Facebook, als Informationsquelle angeben. Bei IBM gibt es bereits Schnittstellen zu Twitter und LinkedIn."

Die HR-Tagung-18 des Netzwerks Humanressourcen findet am 15. Februar von 8.30 bis 16 Uhr in der Linzer Tabakfabrik statt. Anmeldungen und Informationen: www.hr-tagung.at. Eintrittskarten zu gewinnen: Wir verlosen drei Tickets auf unserer OÖN-Karriere-Plattform karriere.nachrichten.at

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