Bild: Contidio

Justin Andrew - von New York nach Linz

Von Daniela Ullrich

Der 41-Jährige gebürtige Südafrikaner hat beim oberösterreichischen Start-up Contidio die Marketingleitung übernommen. Zuvor war er in New York bei Viacom Media beschäftigt. Privat ist der Kosmopolit leidenschaftlicher Sportler und hat sich sogar für die Extrem-Hindernisparcours Weltmeisterschaft qualifiziert.

Justin Andrew (41) hat beim oberösterreichischen Start-up Contidio die Marketingleitung übernommen und ist für die Strategieentwicklung und Markenführung des weltweit einzigartigen Content Marktplatzes verantwortlich.

Der gebürtige Südafrikaner bringt internationale Erfahrung zum Linzer Unternehmen. Geboren in Johannesburg sammelte Justin Andrew Berufserfahrung in verschiedenen Metropolen auf drei Kontinenten, zuletzt in New York bei Viacom Media.
Als Spezialist für integriertes Marketing betreute er dort unter anderem Kunden aus der Finanz- und Unterhaltungsbranche. An seiner neuen Position beim jungen Start-up Contidio reizt in die Chance, die Startphase eines weltweit vollständig neuen Angebots begleiten zu können.  

Außerdem war es auch die Liebe, die den umtriebigen 41-Jährigen nach Österreich lockte: "Mein Mann ist Österreicher und wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir näher bei der Familie sein wollen. Ich lebe zurzeit in Wien, bin aber sehr oft in Linz, um mit dem Team in unserem Headquarter zu arbeiten. Ich bin sehr beeindruckt wie schön die Stadt Linz ist, wie freundlich die Menschen und wie toll die Restaurants sind."

Der Kosmopolit absolvierte an der University of Johannesburg zwei Bachelor-Studien und schloss seinen Master an der New York University ab. Dass er keine Angst vor Hürden hat, zeigt er nicht nur in beruflicher, sondern auch in sportlicher Hinsicht: In seiner Freizeit überwindet der leidenschaftliche Sportler Extrem-Hindernisparcours – und hat sich dabei sogar für die Weltmeisterschaft qualifiziert. 

kann viel von ihnen lernen – über ihren kreativen Ansatz, das Geschäftsmodell und wie sich das Unternehmen der ständig wandelnden digitalen Landschaft angepasst hat.

Interview: Was machen Sie eigentlich, Herr Andrew?

Wie erklären Sie einem sechsjährigen Kind, was Sie beruflich machen?
Ich mache es Leuten einfacher, coole Sachen mit anderen zu teilen.

Und was antworten Sie auf die Frage, warum Sie dafür Geld bekommen?
Ich werde dafür bezahlt, Marken, Agenturen, Fotografen, Influencern, Geschichtenerzählern und den übrigen Kreativen zu helfen, mehr aus ihren Inhalten herauszuholen.

Was macht Sie glücklich?
Anderen zu helfen, damit sie ihr volles Potenzial entfalten können. Ich ziehe viel Kraft daraus, andere bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen zu unterstützen, Lösungen zu finden und aus den Erfahrungen zu lernen – sei es auf persönlicher oder beruflicher Ebene.  

Woran erkennt man einen guten Chef?
Ein guter Chef ist innovativ und denkt heute schon an morgen. Ein richtig toller Chef ist einer, der ein Team inspiriert und dazu motiviert, die Komfortzone zu verlassen, Herausforderungen anzunehmen und etwas Neues zu schaffen – etwas Großartiges.

Was sollte ein Mitarbeiter auf keinen Fall zu seinem Chef sagen?
 „Ich kann das nicht.“ Das zu sagen verrät mir, dass der- oder diejenige bereits aufgegeben hat, anstatt sich den Herausforderungen zu stellen. 

Mein erstes Geld habe ich verdient …
...als Kellner. Das hat mir das notwendige Selbstbewusstsein gegeben, um auf Fremde zu zugehen. Ich konnte viel dabei lernen: über Menschen im Allgemeinen und über Kommunikation im Besonderen, aber auch, wie ich mich selbst am besten präsentiere.

Was möchten Sie gut können?
Privat konzentriere ich mich zurzeit auf mein sportliches Hobby Hindernisläufe, aber ich würde gerne auch bei der Autorennserie KTM Xbow racing besser werden. Ich war dort vergangenes Jahr erstmals mit am Start und es hat extrem viel Spaß gemacht.

Wen fragen Sie außerhalb der Familie um Rat?
Ich habe wunderbare Freunde, die mich unterstützen und ganz unterschiedlichen Berufen nachgehen. Ich versuche, meinen Freundeskreis so vielfältig wie möglich zu gestalten, um viele unterschiedliche Menschen und damit auch Perspektiven kennenzulernen.

In welchem Unternehmen möchten Sie einen Monat lang Chef sein?
Auf jeden Fall bei Netflix. Sie produzieren momentan einige der interessantesten Inhalte, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen. 

Wann schalten Sie Ihr Handy aus?
Ich schalte es tatsächlich nie aus – was schon passiert, ist, dass der Akku ausgeht! 

Welches Buch wollen Sie lesen, hatten dafür aber zuletzt zu wenig Zeit?
 “Long Walk to Freedom” von Nelson Mandela. Ich habe das Gefühl, ich bin der einzige Südafrikaner, der es noch nicht gelesen hat.

Wenn ich einmal frei habe, mache ich als Erstes...?
Ich packe meine Ausrüstung fürs Training und mache Crossfit oder eine Einheit mit meinem Trainer.

Das liegt immer auf meinem Schreibtisch:
Mein Telefon, eine leere Kaffeetasse und die Verpackung eines aufgegessenen Schokoriegels.

Diese Person hat meinen Werdegang geprägt:
Zwei Professoren an der New York University hatten großen Einfluss auf mich. Der eine hat mir gezeigt, wie man Marketing in eine ganzheitliche Strategie integriert und wie man Kampagnen plant und umsetzt. Der andere war die treibende Kraft bei meiner Abschlussarbeit, der mir auch mit Rat und Tat zur Seite stand, um mein eigenes Geschäft in New York zu starten. 

Würden Sie nicht in Ihrer eigenen Firma arbeiten, womit würden Sie wahrscheinlich sonst Ihr Geld verdienen?
Ich würde gerne für eine Automarke arbeiten. Ich liebe Autos und finde, sie sind faszinierend – zum Ansehen und natürlich zum Fahren. 

Dieser Schauspieler könnte mich in einem Film verkörpern:
Chris Pratt. Ich mochte besonders seinen Charakter, den er in Guardians of the Galaxy gespielt hat. Er würde mich, glaube ich, wesentlich cooler aussehen lassen, als ich wirklich bin. 

Diese unternehmerische Leistung finde ich bewundernswert:
Eine Vision haben. Nur wenige Menschen haben diesen Weitblick, Dinge zu erkennen, die erfolgreich sein werden. Elon Musk ist dafür ein großartiges Beispiel.

Wenn ich mit dem Bundeskanzler tauschen müsste, würde ich…
Ich lebe erst seit neun Monaten in Österreich und ich lerne nach wie vor, was die Leute hier beschäftigt und bewegt.

Meine Großmutter hat immer gesagt:
„Harte Arbeit zahlt sich immer aus.“

Wenn ich einmal in Pension gehe, sollen die Leute über mich sagen:
„Das Büro ist wirklich ruhig, jetzt, wo er nicht mehr da ist.“

 

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