Der Linzer "Riedl-Bua" formte aus Staatsbetrieb einen Börsenkonzern
Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

"Riedl-Bua" formte Börsenkonzern Buwog

Von Alexander Zens

Buwog-Chef Daniel Riedl lenkt das Immobilien-Unternehmen seit 13 Jahren.

Als "Riedl-Bua" kennen ihn heute noch viele in Oberösterreich: Daniel Riedl, Sohn des ehemaligen Landesschulratspräsidenten Johannes Riedl. Der auf dem Linzer Freinberg aufgewachsene Manager hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt und formte aus dem einstigen Staatsbetrieb Buwog einen international tätigen Börsenkonzern mit rund 51.000 Wohnungen in Deutschland und Österreich. Fünf Wochen im Jahr ist der Buwog-Chef etwa in den USA unterwegs, um den Kontakt zu großen institutionellen Investoren, die Aktien der Buwog halten, zu pflegen.

Seine schulische Ausbildung genoss Riedl in der HBLA im Auhof. Er sei dort einer der ersten Burschen gewesen, sagt der Manager. Nach der Matura verschlug es ihn nach Wien, wo er an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien studierte. Seitdem lebt Riedl in Wien. "Ich bin geplanterweise in Wien hängen geblieben, weil ich in die Großstadt wollte", sagt Riedl.

Heute kommt der verheiratete Vater von drei Kindern (13, 11 und 9 Jahre alt) etwa vier Mal im Jahr nach Linz. "Viel öfter besuchen uns meine Eltern in Wien, auch wegen der Kulturveranstaltungen", sagt Riedl, der in einem musikalisch geprägten Haushalt groß geworden ist. Bei den Aufenthalten in Linz geht der 47-Jährige mit seinen Kindern gerne ins hiesige Schlossmuseum. Diese Woche war er Referent bei einer Veranstaltung der Spängler Bank.

Seit 2004 steht Riedl an der Spitze der Buwog, teilweise war er auch im Vorstand des Aktionärs Immofinanz. Das heißt, er war seit der Privatisierung der Buwog dabei. Vor genau drei Jahren ging das Unternehmen an die Börse. Seither hat sich der Wert der Buwog-Aktie beinahe verdoppelt. Auf diese Entwicklung ist Riedl sichtlich stolz. Er kündigt an, dass das Rekordergebnis aus dem vorigen Geschäftsjahr in den nächsten Jahren kontinuierlich verbessert werde. "Unser Fokus auf Wohnimmobilien, das Geschäftsmodell und unser Team, das mit Herzblut dabei ist, machen das nun möglich."

Buwog-Skandal kein Thema

Er selbst bezeichnet sich als Mensch, dem Leistung, Wirtschaften und Unternehmertum wichtig sind. Dieses Denken schätze er auch an Oberösterreich generell, sagt Riedl: "Das Bundesland ist außerdem das Zentrum der mittelständischen Wirtschaft Österreichs."

Der Buwog-Skandal rund um die Privatisierung sei übrigens ein "Nicht-Thema" für ihn, sagt der Vorstandschef: "Im Ausland fragt uns niemand nach dieser Sache." Das Verfahren hat tatsächlich nichts mit der heutigen Buwog zu tun.

 

Das ist die Buwog

Die heutige Buwog ist mit jener, die 2004 privatisiert wurde, schwer vergleichbar. Aus einer ehemaligen Wohnungsfürsorgefirma, die Wohnraum für Beamte schaffen sollte, wurde ein börsennotierter Konzern. Größte Aktionäre sind die US-Finanzunternehmen Fidelity, JPMorgan und Blackrock sowie die Immofinanz. Der Börsengang erfolgte im April 2014.

Die Buwog hat 750 Mitarbeiter und 51.000 Wohnungen, davon 24.000 in Österreich. Der Fokus liegt auf Wien, Berlin und Hamburg. In Oberösterreich sind es 1000 Wohnungen. Laufend werden welche verkauft, vor allem jene, die noch dem Gemeinnützigkeits-Regime unterliegen.Die Buwog entwickelt, verkauft und vermietet Wohnungen. Derzeit sind rund 10.500 Einheiten mit 3,1 Milliarden Euro Investitionsvolumen in Bau oder Planung. Der operative Cashflow dürfte 2016/17 (per Ende April) von 99 auf 113 Millionen steigen.

 

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