Bild: VOLKER WEIHBOLD

Der erste digitale Schuster des Landes

Von Stefan Minichberger

Der Linzer Schuhmacher Atteneder wagt den Sprung in das digitale Geschäft und schuf eine Online-Plattform.

Es ist einer der letzten Schuhmacher-Betriebe des Landes. Während anderswo das Schuster-Handwerk langsam ausstirbt, geht die Schuhmacherei Atteneder in der Waltherstraße in Linz jetzt sogar digital in die Zukunft.

Vor 20 Jahren hat Willibald Atteneder den Betrieb gegründet. Gelernt hat Meister Atteneder bei seinem Vater in Unterweitersdorf. Der betreibt dort in mittlerweile vierter Generation ein Schuhgeschäft. Seit acht Jahren arbeitet auch Atteneders jüngerer Sohn Johannes im Betrieb mit. Der 24-Jährige will das Geschäft jetzt digital ausbauen. "Wir haben eine Online-Plattform erstellt, auf der man unsere Dienstleistungen auch online bestellen kann", sagt Johannes Atteneder.

Funktionieren soll das ganz einfach: "Man kann die Art der Reparatur auswählen oder uns auch ein Foto des Schuhs schicken", erklärt er. Dann könne man den Kunden auch angemessen beraten.

Der Kunde müsse dann lediglich den Weg zur Post auf sich nehmen, um den Schuh zu verschicken. "Wir haben uns gedacht, dass man heute alles über Internet bestellen kann. So müsste das doch auch bei einer Schuhreparatur möglich sein", sagt Johannes Atteneder.

Kunden ersparen sich Anfahrt

Die Zielgruppe der Schuhmacherei ist groß. "Vor allem in ländlichen Gebieten gibt es keinen Schuster mehr. Aber auch in einer Stadt wie Steyr gibt es niemanden, der qualitativ hochwertige Reparaturen anbietet", sagt Johannes Atteneder. Mit dem Internet-Service würden sich viele Kunden lange Anfahrtswege sparen. In Betrieb gehen soll die Seite schusterei.at in etwa zwei Wochen. Auch Kunden aus Deutschland können die Dienstleistung nutzen.

Begeistert von den Plänen seines Sohnes ist Willibald Atteneder: "Ich finde das eine super Sache, auch wenn es sicher nicht so einfach wird. Die Beratung spielt in unserem Geschäft eine ganz wichtige Rolle." Vor allem viele Stammkunden würden ihre Schuhe zum Reparieren vorbeibringen. "Es sind zwei bis drei Prozent der Bevölkerung, die ihre Schuhe noch reparieren lassen", sagt der Meister. Mit dem Online-Geschäft könnte der Kundenstamm erweitert werden. "Es kommt wieder in Mode, nachhaltig zu kaufen und Sachen länger zu behalten", glaubt Atteneder.

Bis vor einigen Jahren hat Willibald Atteneder Schuhe auch selbst maßgefertigt produziert. "Das könnte ich mir heute aber nicht mehr vorstellen", sagt er.

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