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Von der Grafikerin zur Tortenmeisterin

Von Daniela Ullrich

Vor rund einem Jahr hat sich Linda Ganglberger ihren Traum erfüllt. Die Traunerin schmiss ihr langjähriges Werbegrafiker Dasein hin, um als Zuckerbäckerin noch einmal von vorne zu beginnen.

In ihrem entzückenden „Café Josephine“ in der Linzer Altstadt kredenzt sie seither selbst kreierte und handgemachte Köstlichkeiten. „Backen“, so Ganglberger, „war schon immer meine Leidenschaft. Ich habe mir das bei meiner Mutter abgeschaut, der Laden ist auch nach ihr benannt.“

Das Café Josephine präsentiert sich angenehm außergewöhnlich, die gut gefüllte Kuchenvitrine macht Lust auf mehr. Das Interieur ist französisch angehaucht im Mix mit Landhausstil. „Ich habe ein Gespür dafür, auch zusammengewürfelte Dinge als schönes Gesamtbild darzustellen. Die Einrichtung stammt von Frankreich, Deutschland aber auch aus meiner alten Agentur“, so die Kleinunternehmerin. 

20 Jahre Grafik Branche

Der Grafik Branche hat Linda Ganglberger nach über 20 Jahren den Rücken gekehrt, weil ihr der Preisdruck die Freude an der Arbeit nahm: „Früher war Qualität noch etwas wert, heute darf es nur mehr günstig und schnell erledigt sein. Design und etwas zu gestalten hat mir immer getaugt, aber nicht um jeden Preis“, sagt Ganglberger, deren frühere Kunden hauptsächlich aus dem technischen Bereich kamen.

Heute gestaltet sie nur mehr ihr Café, was sich anfangs als gar nicht so leicht erwies: „Ich hatte großes Pech bei der Mitarbeitersuche, bin aber mit meinem jetzigen Team höchst zufrieden. Auch die vielen bürokratischen Hürden ließen mich beinahe verzweifeln, ich habe mich aber durchgebissen“, so die Traunerin, die für ihre neue Berufswelt natürlich auch die Konditormeister-Prüfung abgelegt hat. „In unserem ersten Jahr haben wir uns super entwickelt. Wir experimentieren viel in der Backstube und können heute auch echte Patisserie Ware anbieten. Leider komme ich mittlerweile viel zu selten zum Backen, weil die Arbeit drum herum so ausufernd ist“, sagt die Geschäftsfrau, die häufig die Sonntagsschichten übernimmt: „Aus Kostengründen hauptsächlich. Als Kleinstunternehmer sind die vielen Steuern und Abgaben ein großer Brocken. Trotzdem bereue ich nichts. Ich liebe meinen neue Herausforderung.“

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