Marcus Zenker
Bild: Weihbold

Oberösterreichs Mister Mäci

Von Susanne Dickstein

Marcus Zenker ist mit sieben McDonald’s-Lokalen nicht nur der größte Franchisenehmer der Burgerkette in Oberösterreich, sondern auch der Sprecher aller europäischen McDonald’s-Unternehmer.

Seine Liebe zu McDonald’s hat Marcus Zenker vor dreißig Jahren entwickelt – bei einem sechsmonatigen Praktikum in seiner damaligen Heimat Vancouver. Dass er heute Oberösterreichs größter McDonald’s-Franchisenehmer ist, war damals keineswegs absehbar. Denn der Wahl-Österreicher ist erst durch Zufall und nach seiner Rückkehr nach Europa bei der Burgerkette angekommen. „Ich bin in München aufgewachsen. Als ich 15 war, sind meine Eltern mit mir nach Kanada ausgewandert. Irgendwann haben meine Frau und ich gemerkt, dass wir im Herzen Europäer sind“, erzählt Zenker.

Nach Österreich und in die Gastronomie zu gehen, bedeutete für den gelernten Immobilienmakler, gleich zweimal ins kalte Wasser zu springen. „Nach Jahren der Selbstständigkeit wollte ich jedenfalls keine Konzernkarriere einschlagen. Da hat mir das McDonald’s-Modell gut gefallen.“ Zenker erlebte die Expansion der Fast-Food-Kette in Österreich mit. 1977 am Wiener Schwarzenbergplatz gestartet, dauerte es Jahre, bis McDonald’s alle Bundesländer mit seinen Burgern erobern konnte. Die Expansion kam erst in den 90er-Jahren richtig in Schwung.

Fixpunkt in der Gastronomie

Heute ist McDonald’s mit 195 Lokalen und knapp 10.000 Mitarbeitern ein fixer Bestandteil der heimischen Gastronomieszene. Dass die Kette in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist, wie Zenker es formuliert, zeigt sich beim Besuch eines seiner Lokale an der Linzer Landstraße. Vom Schüler bis zum Pensionisten sind alle Altersschichten vertreten. Ständig geht die Tür auf, denn je nach Lage kommen zwischen 1500 und 4000 Gäste am Tag in ein McDonald’s-Lokal.

Von Wien nach Oberösterreich hat es Zenker erst vor gut vier Jahren verschlagen. Seitdem hat er aber kräftig expandiert. Sieben Standorte im Großraum von Linz gehören ihm. „Das ist ein sehr kompakter Markt mit einem Einzugsgebiet von mehr als 200.000 Menschen.“ Sein frequenzstärkstes Lokal ist jenes am Linzer Bahnhof. „Jeder Standort hat seine Besonderheit: Dornach ist am Wochenende gut besucht, wenn die Familien essen kommen. Am Bahnhof wollen die Kunden vor allem schnell einen Kaffee trinken.“

Fünf Prozent Wachstum pro Jahr

Hungrig sind nicht nur die Kunden, sondern auch Unternehmer Zenker, wenn es um das Thema Expansion geht. 20 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt er heuer mit 290 Mitarbeitern: „Ich habe mir persönlich fünf bis sieben Prozent jährliches Wachstum vorgenommen. Ich schließe auch eine Expansion in Linz, vielleicht mit neuen Konzepten, nicht aus.“

Die Ideen holt sich der 52-Jährige bei seinen internationalen Treffen mit Franchisenehmern, wie zuletzt in Paris. Denn Zenker ist nicht nur Sprecher der österreichischen, sondern auch der europäischen Franchisenehmer von McDonald’s. Bei den Besprechung treffen einander regelmäßig das Management und die Lokalbetreiber, um vor allem Marketingthemen abzustimmen. Denn die Franchisenehmer müssen sich in den engen Konzernstrukturen bewegen.

„Ein Big Mac wird immer und überall ein Big Mac sein, aber es gibt bei Produkten und bei der Gestaltung Freiraum.“ Und wie jedes andere Wirtshaus ist auch eine Mäci-Filiale nur so gut wie ihre Mitarbeiter, und die sucht der Franchisenehmer selbst aus.

 

40 Jahre Mäci

1977 sperrte am Wiener Schwarzenbergplatz der erste McDonald's Österreichs auf. Hetue gibt es 195 Lokale, die von 45 Franchisenehmern betrieben werden. Der Konzern hat die Zahl seiner Standorte zuletzt von 31 auf neun reduziert. Die Produktpalette reicht vom Frühstück über glutenfreie Burger bis hin zu Veggies, doch mit 30 Millionen verkauften Stück pro Jahr ist der Cheeseburger nach wie vor das beliebteste Produkt.

 

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