Wie aus einem Lottogewinn ein Gasthaus und ein Hotel wurden
Bild: VOLKER WEIHBOLD

Wie aus Lottogewinn ein Gasthaus und ein Hotel wurden

Von Karin Haas

Manuela Weixelbaumer (30) führt den Kremstaler Hof in dritter Generation

Manuela Weixelbaumer, die resolute Juniorchefin vom Restaurant/Hotel Kremstaler Hof am Harter Plateau in Linz, hat den Sinn fürs Wesentliche. Am liebsten würde sie ein Interview dann geben, wenn sie mit dem Hund äußerln geht. So ein Glück, dass der wenige Monate alte Rhodesian Ridgeback wasserscheu ist und es regnet. So findet das Gespräch in der Hotelbar statt.

GmbH mit Allroundbetrieb

Doch vorher muss die Chefin, die das Gastrounternehmen mit 70 Zimmern, 120 Betten und 400 Sitzplätzen seit 2015 führt, vom Tischaufdecken losgeeist werden. Sechs bis zehn Weihnachtsfeiern stehen im Advent täglich auf dem Programm.

Hätten ihre Großeltern keinen Lottogewinn gemacht, wäre Manuela Weixelbaumers Leben wohl anders verlaufen. Ende des 19. Jahrhunderts hatten Opa und Oma eine Hufschmiede. Mit dem Geldsegen gründeten sie ein Wirtshaus. 1956 übersiedelten Margarete und Josef Weixelbaumer auf die andere Seite der Straße. Seither wächst der Kremstaler Hof.

2012 wurde der topmoderne Zubau eröffnet. 22 Zimmer und drei Seminarräume kamen dazu, was den Stress nicht milderte. Da sei klar gewesen, dass sie Heim komme, sagt Manuela Weixelbaumer. "Ich lasse doch meine Eltern nicht alleine, wenn sie so einen Batzen Geld investieren", so die 30-Jährige. Vorher standen Lehr- und Wanderjahre auf dem Programm. Die Gastro-Begeisterte ("Gastronomie muss man lieben, damit man das macht") war nach der Tourismusschule in Bad Hofgastein viel auf Saison (Ischgl...), im Schlosshotel Velden sowie in der Schweiz, etwa in Luzern. Doch seit 2012 dreht sich Manuelas Gastrowelt um den Kremstaler Hof. Ihre Eltern Karl und Christine arbeiten noch ebenso intensiv mit. Manuelas Bruder Karl Weixelbaumer ist in der Gastrowelt übrigens kein Unbekannter. Er mischt bei der Bar "Sandburg" beim Brucknerhaus, beim Lokal "Teichwerk" bei der Kepler-Uni und beim "Charmanten Elefanten" in der Tabakfabrik in Linz mit. Trend-Vorreiter wollten die Weixelbaumers schon immer sein.

"Wir waren anno dazumal die ersten in Linz mit Dusche in den Zimmern", sagt die 30-Jährige, die für 38 Mitarbeiter verantwortlich ist. Deren Fluktuation ist übrigens gering. Personal sucht sie erstaunlicherweise, anders als andere Gastrobetriebe, auch nicht.

Bitte Javascript aktivieren!