Bild: privat // Der Holzbaumeister in luftiger Höhe.

Ein Holzbaumeister arbeitet für die "Ewigkeit"

Von Josef Schuldenzucker

Alois Rabengruber hat sich auf die Sanierung von Kirchtürmen spezialisiert - zuletzt war er in Rottenbach tätig.

Ein "Handwerkskünstler" ist der Geiersberger Zimmerer Alois Rabengruber. Der Holzbaumeister hat im vergangenen Jahr mit seinen Mitarbeitern den Kirchturm der Pfarrkirche Rottenbach neu errichtet.

Das Dach besteht aus 18 Einzelteilen, ist zirka 15 Meter hoch und mit Blech ummantelt. Für die perfekte Ausführung dieses Auftrages wurde er von der Wirtschaftskammer Oberösterreich mit dem Handwerkspreis ausgezeichnet.

Rabengruber ist ein handwerkliches Genie. Er ist gelernter Maurer, Zimmerer und besitzt auch ein großes Talent als Tischler. Seit dem Jahr 1992 ist er selbstständig.

"Ursprünglich wollte ich Mechaniker werden, das war damals der Bubentraumberuf. Mein Großvater hat aber bei einer Baufirma angefragt und mir mitgeteilt, dass ich dort als Maurer und Zimmerer anfangen könnte. Diese Doppellehre habe ich dann durchgezogen. In der Lehre haben die Zimmerer dann ziemlich schnell mein Talent erkannt. Ich durfte schon damals viele Arbeiten selbstständig erledigen.", erinnert sich Rabengruber an seinen Einstieg in das Erwerbsleben.

"Ich bin kein Bürotyp"

Nach der Polierschule hat der Geiersberger in der HTL für Bauhandwerk in Linz von 1987 bis 1990 sein Wissen und Können weiter perfektioniert. Kurze Zeit arbeitete er bei der Firma Wiesner und Hager in Altheim im Büro. "Ich bin aber kein reiner Bürotyp, ich halt es nicht aus, wenn ich beim Bauen und Aufstellen der Gewerke nicht selber dabei sein kann. Deshalb reifte in dieser Zeit der Entschluss, mich selbstständig zu machen", sagt Rabengruber.

Relativ schnell wurde das "Multitalent" dann von der Diözese für Sanierungsarbeiten an kirchlichen Bauten entdeckt. Das erste Projekt war die Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura. "Dort habe ich bei allen drei Türmen die Aufstiege neu gemacht und in in jeden Turm einen neuen Glockenstuhl eingebaut", ist der Innviertler noch heute stolz, diesen Auftrag bekommen zu haben.

Die Visitenkarte für seinen Einstieg war ein gotischer Spitzturm im Jahr 2000 in Gallspach, es folgte die Glockenstuhl-Sanierung der Pfarrkirche Mehrnbach. In Weibern mussten im Zuge der Orgelsanierung beide Emporen neu aufgebaut werden.

"Eine Mordsarbeit war die Holzkapelle in Schönberg am Kobernaußerwald. Noch heute pilgern viele Leute nach Lohnsburg, um sich das Bauwerk anzuschauen. Das Bauholz wurde handgehackt, heutzutage eine Seltenheit", erinnert sich Rabengruber.

"Die Ideen und das Gespür sind in diesem Beruf ganz wichtig. Ich zeichne meine Pläne großteils noch per Hand. Das ist mir lieber als am Computer, Handzeichnungen wirken viel natürlicher. So ist Handwerk von Anfang an drinnen", sagt der Geiersberger Holzkünstler.

Fünf Tonnen in 30 Metern Höhe

Die wohl größte "Challenge" war die Turmsanierung der Stadtpfarrkirche Linz. "Da haben wir das Geläut aus dem Turm genommen. Die schwerste Glocke hat dort fünf Tonnen. Wir brauchten eine spezielle Hebekonstruktion mit Leimbindern, um die Glocke überhaupt bewegen zu können. Und das alles in 30 Metern Höhe, darunter die Fußgängerzone. Da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl", erinnert sich Rabengruber an diesen schwierigen Auftrag in luftiger Höhe.

Wenn der Geiersberger Handwerksmeister einen Turm das erste Mal sieht, hat er das Konzept für die Sanierung schon vor Augen: "Eine Fähigkeit, die in diesem Beruf sehr wichtig ist. Schönes ländliches Bauen ist mir ein großes Anliegen. Das liegt mir am Herzen. Da kann ich gestaltend für meine Heimat und mein Land wirken".

 

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