Bild: Hannes ATZMUELLER // Viktoria in Action

Leidenschaftliche Bloggerin

Von Daniela Ullrich

Viktoria Buchberger ist neben ihrem Studium und ihren Jobs auch erfolgreich als Bloggerin unterwegs.

Viktoria Buchberger ist Studentin der Wirtschaftswissenschaften und als Social Media Managerin beschäftigt. In ihrem Fitnessblog (www.viktoriabuchberger.com) berichtet die Linzerin über Themen Ernährung, Gesundheit, Workouts und Fitness. Auf Instagram folgen der Sportskanone (@viktoriabuchbrgr) fast 22.000 Abonnenten. 

Im karriere.nachrichten.at Interview erzählt die 25 Jährige, wie sie zum Bloggen kam und wie sich damit Geld verdienen lässt:

karriere.nachrichten.at: Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Viktoria Buchberger: Es war, wie sonst alles in meinem Leben, nicht geplant. Zu Jahresbeginn 2016 stellte ich mir die Frage, was ich dieses Jahr besser machen, wie ich andere inspirieren und motivieren könnte. So beschloss ich, einen eigenen Blog in die Welt zu rufen. Meine Themen waren von Anfang an klar: Fitness, Sport und Ernährung. Viele meinten ich würde es nicht schaffen, weil Blogs gäbe es wie Sand am Meer. Ein Grund mehr damit anzufangen, dachte ich mir...

Was genau sind die Themen des Blogs?
Anfangs waren die Themen Fitness, Ernährung und Sport vorrangig. Seit 2017 beschäftige ich mich aber auch mit den Themen Selbstliebe und Mindset (sich so zu akzeptieren wie man ist und nicht Idealen der Gesellschaft nachzustreben) - jeder Mensch ist einzigartig und toll in seiner eigenen Weise! Leider wird das auf Instagram, Facebook etc. nicht so gelebt - deswegen erkranken Mädchen an Magersucht und fangen an sich nicht schön zu finden obwohl sie es sind. Mit meinem Profil möchte ich für mehr Selbstakzeptanz und Realität kämpfen und diesen Kampf „um den perfekten Körper“ nicht unterstützen. Das Streben nach Perfektion finde ich unnötig - man muss sich nur selbst gefallen, sonst niemandem.

Wie viel Zeit geht für den Blog drauf?
Jede Woche erscheint ein neuer Artikel. Dafür benötige ich in etwa 2-3 Stunden, je nachdem um welches Thema es geht und wie ausführlich ich es behandle. Auf Instagram sieht die Sache schon anders aus. 2 Postings pro Tag müssen schon drinnen sein, um die Follower immer am laufenden zu halten. Die Texte sind an sich schnell geschrieben, die Fotos zu machen und die anschließende Bildbearbeitung sind da schon wesentlich zeitaufwändiger. Ich würde sagen, pro Woche stecke ich in Summe zwischen 3 und 10 Stunden in meine Online Präsenz, was nicht wenig ist, wenn man bedenkt, dass ich noch 2 Jobs ausführe und mein Studium gerade zu Ende bringe.

War es von Anfang an das Ziel, damit Geld zu verdienen?
Nein. Vorrangig ging und geht es mir immer noch darum, Menschen für den Sport zu begeistern und meinen Alltag, Erfahrungen etc. mit meinen Lesern zu teilen. Ich freue mich, wenn so viele Menschen an meinem Alltag teilhaben. Das mit dem Geld ist so eine Sache… Ich liebe meine Jobs und habe derzeit auch nicht vor, mich mit meinem Blog selbstständig zu machen. Es ist ein super Nebenverdienst und mir macht es wirklich Spaß. Da sich in der Welt rund um Instagram & Co. gerade sehr viel tut und man nicht wirklich sagen kann, wie sich der Trend weiterentwickelt, wage ich diesen Schritt derzeit deswegen noch nicht. Ich stecke wirklich sehr viel Leidenschaft in meine Arbeit als Blogger. Wenn das mein Beruf wäre, könnte ich mich nicht mehr auf den Mehrwert, der für meine Leser entsteht konzentrieren, sondern müsste, wie viele andere Blogger, das Thema des Verdienstes in den Vordergrund stellen. Das möchte ich nicht.

Wie und wie viel Geld lässt sich denn mit einem Blog verdienen?
Wie viel und was man genau verdient ist natürlich von den jeweiligen Sponsorings und Kampagnen abhängig. Mal ist man längerfristig an einen Vertrag gebunden und erhält monatlich einen monetären Betrag für seine Postings. Manchmal erhält man seine Gage aber auch in Form von Kleidung, Eventeinladungen oder Waren. Manche Kooperationspartner bezahlen aber auch pro Posting einen bestimmten Betrag, den man im Vorfeld bespricht und vertraglich festhält.

Wie positioniert man sich mit einem Blog? Gerade am Fitnesssektor ist die Auswahl groß...
Deswegen ist es wichtig sich mit seinem USP richtig zu positionieren. Mein USP (Anm.: englisch: unique selling proposition, das herausragende Leistungsmerkmal) ist meine ehrliche aber gleichzeitig provokative und direkte Art relevante Themen an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ich rede eigentlich nie um den heißen Brei herum, sondern sage einfach was Sache ist. Das kommt bei meinen Lesern recht gut an. Gerade auf Instagram kommt es sehr häufig vor, das Bilder nachbearbeitet werden, ein Sixpack gezaubert wird wo eigentlich gar keines ist oder der Po vergrößert wird - und das nur um den Idealen, die gerade angesagt sind, möglichst nahe zu kommen. Bei mir gibt’s auch mal Fotos mit Bauchspeck bzw. in „entspannter“ Position. Das ist doch das normalste auf der Welt, warum sollte ich als Blogger meine Leser anlügen? Kommt für mich nicht in Frage!

Wie schafft man den Sprung vom Hobby zum professionellen Blogger?
Man darf nicht in der Masse untergehen. Sei anders, sei unberechenbar, sei motiviert und leidenschaftlich! Der Rest kommt von alleine. Außerdem sind ein gutes Netzwerk und Kontakte auch von Vorteil. Durch diverse Events lernt man andere Leute kennen. Auch wenn das untypisch für einen Blogger ist: Finger weg vom Handy und Kontakte schließen!

Was sind Ihre Tipps für Hobby-Blogger?
Dranbleiben! Der Erfolg kommt nicht über Nacht. Potenzielle Leser müssen erst einmal auf dich aufmerksam werden - das dauert eben seine Zeit. Wichtig ist es sich nicht zu stressen. Es heißt nicht umsonst: in der Ruhe liegt die Kraft. Außerdem sollte man sich früher oder später mit den Basics wie Suchmaschinenoptimierung, Google AdWords bzw. Google AdSense vertraut machen.

Wer ist zum Bloggen überhaupt geeignet?
Grundsätzlich jeder, der Spaß am Schreiben hat und sich gerne präsentiert. Zu schüchtern sollte man dabei auch nicht sein. Es ist sicher auch von Vorteil, wenn man generell eine offene Person ist und Freude daran hat, mit Menschen zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen.

Welche Themen eignen sich zum Bloggen?
Es ist wichtig ein Thema zu finden, welches andere Personen interessiert, gleichzeitig sollte es aber auch im eigenen Interesse liegen über dieses Thema zu berichten. Schreibst du über ein Thema, welches nur dich interessiert findest du keine Leser. Schreibst du über etwas, das alle interessiert, du selbst bist aber nicht davon überzeugt, wirkt das zum einen nicht sehr professionell und zum anderen nicht sehr glaubwürdig. Ein Thema, oder noch besser eine Kombination bestimmter Themen, die sowohl dich, als auch deine Zielgruppe interessieren und einen Mehrwert mit sich bringen sind deswegen unverzichtbar.

 

 

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