Bild: V.Weihbold // Langzeit-Oberkellner Konrad Kirchschläger vom Pöstlingberg-Schlössl: Hier sitzt er ausnahmsweise.

„Bei mir war alles zu Gast, was Rang und Namen hat“

Von Karin Haas

Konrad Kirchschläger kellnert seit 47 Jahren – und macht weiter.

Er ist 62 Jahr jung und könnte längst in Pension gehen. Denn Konrad Kirchschläger hat 47 Dienstjahre auf dem Lebens-Konto. Doch der Oberkellner im Pöstlingberg-Schlössl macht weiter, während andernorts Jüngere nach wenigen Jahren erschöpft das Tablett werfen. „Ich muss nicht arbeiten. Ich arbeite, weil es mir Spaß macht“, sagt Kirchschläger.

Ein herrlicher Beruf

„Herr Konrad“ gilt als „Sir im Service" und als Fels in der Stress-Brandung. Sein dezentes Lächeln leuchtet auch dann, wenn es andere längst ausgeknipst haben. „Kellnern ist ein herrlicher Beruf“, sagt Kirchschläger. Er greift auf viel Erfahrung zurück. „Die Gäste freuen sich, wenn sie auch nach Jahren in der Pension noch als Herr Direktor oder Frau Abteilungsleiterin erkannt werden“, sagt Gastronom Anton Gallistl, einer der drei Schlössl-Brüder.

Konrad Kirchschläger stammt aus dem Mühlviertel, aus Unterweißenbach. 1971 startete er seine Lehre im Klosterhof in Linz. Nach einem Zwischenstopp im Prielmayerhof fand Kirchschläger bei Silvano Niccolai die Erfüllung. „Ich sah alles, was Rang und Namen hat“, sagt Kirchschläger. Marcel Prawy kam mit seinen berühmten Plastiksackerln genauso vorbei wie Komponisten-Witwe Einzi Stolz und ganze Ministerriegen. „Diese Zeit hat mich geprägt“, sagt Kirchschläger.

Der Plan: 50 Dienstjahre

Mittlerweile ist Kirchschläger seit 14 Jahren im Pöstlingberg-Schlössl. 15 Mitarbeiter hören auf ihn. 60 Lehrlinge gingen bisher durch seine Hände. Obendrein ist er Abschluss-Prüfer. Das Pöstlingberg-Schlössl freut sich, in Zeiten des Personalmangels „Herrn Konrad“ zu haben. Nicht zuletzt brachte dies im Gourmet-Guide Falstaff, der auch den Service bewertet, heuer eine Gabel auf nun zwei dazu. Und Herr Konrad bleibt: „Die 50 Dienstjahre mache ich auch noch voll.“

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