Bild: delfort // Jürgen Scheiblehner nutzte den 2. Bildungsweg als Karrierebooster.

Vertriebsleiter-Karriere mit Lehre

Von Daniela Ullrich

Jürgen Scheiblehner holte nach der Industriekaufmann-Lehre ein Masterstudium nach.

„Mit knapp 16 Jahren wusste ich damals nur, dass mich die Schule nicht mehr interessiert. In diesem Alter fehlte mir einfach der Weitblick“, sagt Jürgen Scheiblehner, der mit seiner damaligen Entscheidung für eine Lehre zum Industriekaufmann in seinem Umfeld auf großen Widerstand traf: „Meine Eltern wussten, dass mehr in mir steckt und waren wenig begeistert.“
Die eigene Motivation zu „mehr“ kam erst rund sechs Jahre später: „Meine Lehrzeit bei Rosenbauer in Leonding war ausgezeichnet. Ich lernte viel, war fleißig und hatte Spaß an meiner Arbeit. Durch Zufall rutschte ich danach in die Papierindustrie und begann beim Nettingsdorfer Unternehmen Smurfit Kappa, mich für den Bereich Vertrieb zu interessieren“, sagt der 37-Jährige, der 2008 schließlich zum jetzigen Arbeitgeber delfort nach Traun wechselte. Die flache Hierarchie des oberösterreichischen Familienunternehmens und die Chance, sich im kaufmännischen Bereich mit einem Studium weiter in Richtung Vertriebsleitung entwickeln zu können, sprachen für den Jobwechsel.

Zweiter Bildungsweg

„So begann ich im zweiten Bildungsweg ein Masterstudium über das WIFI und die Uni Klagenfurt. delfort unterstützte mich dabei finanziell, zeitlich war es manchmal eine große Herausforderung. Oft genug musste ich um drei Uhr nachts aufstehen und bis halb sieben in der Früh für die Uni lernen. Dann habe ich mich auf Kundenbesuche vorbereitet und war den ganzen Tag unterwegs“, sagt Scheiblehner, der mittlerweile als Vetriebsleiter tätig ist und sich dabei für den Bereich Verpackungspapiere für die Lebensmittelindustrie in der Trauner Feurstein Fabrik und in Tervakoski in Finnland verantwortlich zeichnet.

Seine Lehrzeit möchte der zweifache Familienvater keinesfalls missen: „Mein Vorteil ist, dass ich selber im Verkauf tätig war und weiß, wie sich der Job anfühlt. Ich kann auf meine Leute genau eingehen, da ich ihre Bedürfnisse besser nachvollziehen kann als reine Uniabsolventen, die vielleicht nur die Theorie kennen.“
Das Spannende an seiner jetzigen Tätigkeit ist die Abwechslung, die Leitung und Koordination seines 15-köpfigen Teams und die verschiedenen Arbeitsbedingungen. Der Vetriebsleiter pendelt zwischen Traun und der finnischen Fabrik, die rund 20 Kilometer nördlich von Helsinki liegt.

Tradition der Papierindustrie

„In Tervakoski spürt man die Tradition der Papierindustrie. In dem kleinen Ort mit knapp 5000 Einwohnern dreht sich alles darum. Das Flair ist sehr sympathisch“, sagt der Leondinger, der seinen Ausgleich im Sport findet. Zwei- bis dreimal pro Woche schnürt er seine Laufschuhe, denn Laufen geht überall.

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