Bild: gespag // Johanna Oberpeilsteiner liebt ihre Arbeit als Hebamme am Landeskrankenhaus Rohrbach.

"Wenn ein neues Leben auf die Welt kommt, ist das immer einmalig"

Von OÖN

Hebammen arbeiten eigenständig und tragen daher eine hohe Verantwortung.

Hebammen braucht das Land, hieß es dieser Tage aus der Standesvertretung der Geburtshelferinnen. Als Hebamme hat Johanna Oberpeilsteiner (26) aus Aigen-Schlägl ihren Traumberuf gefunden. Sie ist seit vier Jahren Hebamme im LKH Rohrbach. Ihre Ausbildung hat sie an der FH Gesundheitsberufe gemacht. 300 bis 400 Bewerberinnen gibt es dort am Studiengang jährlich – für durchschnittlich 20 freie Plätze.

Viele junge Frauen bewerben sich mehrmals, bis sie aufgenommen werden. Bei Johanna Oberpeilsteiner hat es gleich auf Anhieb geklappt. "Ich bin mit sehr großer Neugierde in die Ausbildung gestartet. Für mich war und ist besonders faszinierend, wie binnen 40 Wochen ein kleiner Mensch heranwächst", beschreibt sie ihre Motivation, "ich wollte die Komplexität von Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach verstehen. Das Wissen der Hebammen ist ein sehr altes, das sich auch immer wieder wandelt."

Nie wissen, was kommt

Wenn die Hebamme im Krankenhaus ihren Dienst antritt, weiß sie nie, was sie in den nächsten Stunden erwartet. "Ich arbeite mit Menschen, die eine ganz besondere Situation erleben. Es ist immer wieder wunderschön zu sehen, wie ein neugeborener kleiner Mensch es schafft, die Anstrengungen der Geburt binnen Sekunden vergessen zu machen und durch große Erleichterung, Freude und Stolz abzulösen", sagt Johanna Oberpeilsteiner. Hebammen dürfen im Vergleich zu anderen Gesundheitsberufen eigenständig und eigenverantwortlich arbeiten, das heißt, ohne Anordnung eines Arztes. Die Verantwortung ist daher sehr hoch. "Man muss Normvarianten sehr genau kennen, um Abweichungen festzustellen und entsprechend zu reagieren. Dazu braucht es ein großes Wissen und am besten auch Erfahrung", sagt die junge Mühlviertlerin.

Mehrere Geburten gleichzeitig

Bei der Begleitung einer Geburt geht es immer wieder darum, die Bedürfnisse werdender Eltern zu erkennen, sowohl die persönlichen als auch die medizinischen. "Es ist normal für mich als Hebamme, mehr als eine Familie gleichzeitig durch die Geburt zu begleiten. Stress ist das für mich nur dann, wenn ich das Gefühl habe, dabei nicht mehr so auf die Bedürfnisse eingehen zu können, wie es notwendig oder gewünscht wäre. Manchmal entstehen auch Notfallsituationen, die in gewisser Weise Stress produzieren", erzählt die 26-jährige Hebamme. Dennoch: "Ich möchte genau das machen: Immer wieder aufs Neue Frauen auf die Geburt vorbereiten, sie beraten und dabei begleiten: Ich bin immer wieder dabei, wenn neues Leben auf die Welt kommt. Und das ist jedes Mal einmalig."

Hebammen-Ausbildung

Die Hebammen-Ausbildung ist seit 2006 an der Fachhochschule angesiedelt und erfolgt in einem Bachelor-Studium. Sechs Semester dauert das Studium, das eine wissenschaftlich fundierte, fachpraktische Ausbildung ist. Das Studium teilt sich von Beginn an in Theorie- und Praxisblöcke. Nach Abschluss müssen die Studentinnen eine Diplomprüfung absolvieren – dann sind sie Hebammen.

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