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Das Geheimnis meines Misserfolgs

Von Dietmar Mascher

Oberösterreich nützt seine Chancen auf den Exportmärkten. Hier ein paar (nicht ganz so ernst gemeinte) Tipps, wie Sie es sich dort mit Sicherheit verscherzen.

Wer braucht schon Benimmregeln für das internationale Geschäft? Regeln für den Small Talk bei der Geschäftsanbahnung in Asien? Einen Hinweis auf Tabuthemen in wenig ausgeprägten Demokratien?
Eben. Langweilig!

Wir geben heute wertvolle Ratschläge, damit Oberösterreichs Unternehmer nicht zu erfolgreich werden. Warum sollte man sich in islamischen Staaten nicht ein Gläschen Bier gönnen und mit der Frau des Gastgebers lautstark anstoßen und eine kleine Polka mit ihr anstreben?

Generell sind Diskussionen über die Fehler des Gaststaats, verfehlte Grenzziehungen, den patscherten Umgang mit Minderheiten und den jeweiligen Irrglauben der Mehrheitsbevölkerung nur Ausdruck einer offen verstandenen Meinungsfreiheit und das Mindeste, was man sich erwarten darf, wenn man schon bei privaten Empfängen die Schuhe ausziehen muss.

Die Tipps bzw Nicht-Tipps basieren auf dem "ultimativen Export-Handbuch" der Wirtschaftskammer Österreich "Dos & Don’ts auf der ganzen Welt", in dem die Wirtschaftsdelegierten auf mehr als 600 Seiten ihre Erfahrungen und nützliches Wissen über alle Länder darlegen. 

Auch wer ernsthaft Erfolg haben will, sollte dieses Buch lesen, das nebenbei mit vergnüglichen Details aufwartet, die auch Sie mit Sicherheit noch nicht gewusst haben.
TIPP: Das Buch können Sie >>HIER online bestellen.

Skandinavien

Beharren Sie auf Geschäftsterminen nach 17 Uhr. Das kommt bei den Nordländern, die gerne zeitgerecht nach Hause zur Familie wollen, unheimlich gut an.

Irland

Klopfen Sie den Iren auf die Schulter und schwärmen Sie von ihrer Königin.

USA

Rechnen Sie 20 Prozent Spielraum in Ihr Erstangebot. Damit können Sie sicher sein, nicht weiter verhandeln zu müssen.

Mexiko

Bezeichnen Sie Mexikaner stets als Südamerikaner. Damit ja keine gute Stimmung aufkommt.

Südamerika

Beharren Sie bei Verhandlungen auf verbindliche Aussagen, denn in vielen Ländern wird nur ungern "NeiN" gesagt. Wenn das nicht passiert, scheuen Sie sich nicht, sich darüber lautstark aufzuregen.

Rumänien

Bringen Sie der Gastgeberin eines potenziellen Geschäftspartners eine gerade Zahl an Blumen mit (das tut man normal nur auf dem Friedhof) und schreien Sie beim Trinken des beliebten Obst- oder Zwetschgenbrands laut „Prost“. Damit bezeichnen Sie den Gastgeber als Dummkopf.

Nordkorea

Vor allem wenn Sie einen längeren Aufenthalt in Betracht ziehen, halten Sie sich nicht mit Kritik am Regime zurück und versichern Sie sich, dass diese auch vollumfänglich übersetzt wird.

Japan

Ziehen Sie die Schuhe ja nicht aus, wenn Sie Tatami-Matten betreten, und binden Sie japanische Kleidung mit der rechten Seite vorne.

Israel

Gehen Sie als Mann mit orthodoxen Jüdinnen (und vice versa) möglichst jovial um, minutenlanges Händeschütteln ist ebenso wie das offensive Ansprechen des Nahostkonflikts ein heißer Tipp für den raschen Abbruch von Geschäftsanbahnungen.

Schweiz

Packen Sie beim Smalltalk Ihre schlüpfrigsten Herrenwitze und den besten Schmäh aus. Darauf reagieren viele Eidgenossen außergewöhnlich.

China

Wie in einigen asiatischen Ländern ist lautes Schnäuzen bei Tisch unbedingt anzuraten, ebenso das Betreten von Wohnräumen mit Schuhen. Essstäbchen so in den Reis zu stecken, dass sie steckenbleiben, ist quasi Tischsitte (allerdings nur unter Banausen).

Äthiopien

Scheuen Sie keine heftigen Dispute über den Nachbarn Eritrea und Religionskonflikte!

Vereinigte Arabische Emirate

Winken Sie arabische Frauen mit dem Zeigefinger heran und fotografieren sie dann, vor allem wenn Sie vorher im Hotel einige Gläser Whiskey hatten.

Vietnam

Scheuen Sie sich nicht , Ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Schlagen Sie die Beine übereinander, damit Ihr Gegenüber auch Ihre Schuhsohlen gut sehen kann.

Neuseeland

Sagen Sie, dass Sie es hier wunderbar fänden, in Australien. Damit machen Sie sich ebenso Freunde wie mit Kaugummi-Kauen und Zahngestochere in der Öffentlichkeit und ein paar despektierlichen Bemerkungen über die Ureinwohner, die Maoris.

Südafrika

Lassen Sie sich ordentlich über die frühere Apartheid-Politik aus und fragen Sie, wie es „den Negern heute so geht im Land“.

 

 

 

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