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Mit Hilfe der Arbeitserprobung zum Wunschjob

Von Susanna Sailer

LINZ. Probieren geht über Studieren und keiner zahlt drauf: Eine vom AMS geförderte Maßnahme kann einen fixen Arbeitsplatz bringen und umgekehrt den Arbeitskräftemangel und die Arbeitslosenquote senken.

Das arbeitsmarktpolitische Instrument einer Arbeitserprobung  kann ein probates Mittel für ein künftiges  fixes Arbeitsverhältnis sein. „Beide Seiten profitieren davon“, sagt Ursula Krepp, die im AMS-Landesdirektorium die Interessen der Arbeitsgeber vertritt.  Arbeitssuchende merken schnell, ob ihnen eine bestimmte Tätigkeit liegt. Der Arbeitgeber wiederum erkennt, ob eine Person fachlich und persönlich geeignet ist. Für beide läuft diese Kennenlernphase ohne finanzielles Risiko ab. Wichtige Voraussetzung: Die Arbeitserprobung muss über das Arbeitsmarktservice (AMS) abgewickelt werden. Jobsuchende sind dann vom ersten Tag an kranken-, unfall- und pensionsversichert und erhalten als Beihilfe mindestens die Höhe des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe inklusive allfälliger Familienzuschläge.  

AMS-Betreuer entscheidet

Diese Förderung können  Absolventen von Ausbildungen ohne einschlägige Berufserfahrung und arbeitslose Personen erhalten. Die Dauer der Arbeitserprobung kann bis zu vier Wochen betragen. Wichtig dafür ist, zuvor ein Beratungsgespräch mit dem jeweiligen AMS-Betreuer in der regionalen Geschäftsstelle zu führen. „Wie lange nämlich das AMS tatsächlich eine Arbeitserprobung genehmigt, hängt davon ab, wie schwer ein Jobsuchender vermittelbar ist bzw. wie lange seine Arbeitssuche bereits dauert“, sagt Krepp. Eine Arbeitserprobung sei auch eine Möglichkeit für Bewerber, einen für sie berufsfremden Job einmal auszuprobieren. Jemand, der schon länger arbeitslos sei, könne auf diesem Wege einen potenziellen Arbeitgeber davon überzeugen, dass er sich in die gegebenen Strukturen einarbeiten könne. Auch der zukünftige Arbeitgeber möchte wissen, wen er einstellt und wie dessen Fähigkeiten tatsächlich aussehen. Denn bei einer Arbeitserprobung arbeitet der Bewerber gleich einmal im Team an seinem möglicherweise zukünftigen Arbeitsplatz mit.

Rein theoretisch kann sich Krepp auch vorstellen, dass sich jemand bei einem Unternehmen um eine Arbeitserprobung bewirbt. Der Betrieb klärt dann mit dem AMS ab, ob dieser Jobsuchende für eine Arbeitserprobung in Frage kommt. „So herum könnte es auch funktionieren, macht aber natürlich den Betrieben mehr Arbeit“, räumt Krepp ein.

Steigende Tendenz

Trotzdem wurde die vom AMS geförderte Maßnahme in Oberösterreich über viele Jahre äußert selten eingesetzt.  Die Tendenz ist allerdings steigend. Vor zwei Jahren wurden 104 betriebliche Arbeitserprobungen gezählt, im Vorjahr 200 und heuer sind es bereits rund 700 Personen, die in oberösterreichischen Unternehmen auf diese Weise getestet wurden. Auf das Niveau der Steiermark, die schon seit Jahren auf dieses arbeitspolitische Instrument setzt und jährlich rund 5000 Arbeitserprobungen durchführt, ist es freilich noch ein weiter Weg.

Die WKO Oberösterreich hat ein AMS-Benchmarking durchgeführt und dabei auch jene Bezirke eruiert, die heuer mit Arbeitserprobungen besonders erfolgreich unterwegs waren. An der Spitze steht die Regionalgeschäftsstelle Eferding, die 8,5 Prozent der Arbeitslosen die Chance der Arbeitserprobung gegeben hat – 69 Prozent der Personen wurden übernommen. Im vorderen Feld finden sich auch noch die AMS-Regionalgeschäftsstellen Rohrbach, Freistadt und Braunau.

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