Bewerbung
Bild: Wodicka

Karrieretipps für junge Bewerber

Von Susanna Sailer

LINZ. Die Karriereexpertinnen Irma Brazda und Isabella Döberl von der Personalberatung Iventa haben ein Gespür dafür entwickelt, was junge Kandidaten beim Planen ihrer Berufslaufbahn beachten sollten.

Ein Stück weit offen sein: Weiterentwicklung ist wichtig, aber ein allzu strikter, im Kopf fix verankerter Karriereplan kann hinderlich sein, meinen die Beraterinnen von Iventa. Man sollte im Leben auch etwas auf sich zukommen lassen und manchmal ins kalte Wasser springen.

Falsche Vorstellungen aufgeben: Auch die besten Uni-Absolventen müssen beim Einstieg in einen Beruf an der Basis beginnen. Ein Beispiel von vielen: Ein ausgebildeter Betriebswirt mit Spezialisierung auf Unternehmensführung wird in den seltensten Fällen gleich einen Job als Geschäftsführer erhalten.

Es muss nicht immer ein klingender Name sein: Es zahlt sich aus, sich Infos über in der Öffentlichkeit nicht so bekannte Unternehmen einzuholen.

Vorsicht vor Einflüsterern: Wenn ein Bekannter in einem Unternehmen schlechte Erfahrungen machte, ist das seine individuelle Erfahrung, die sich nicht wiederholen muss. Auch Plattformen wie kununu können den Blick auf einen Arbeitgeber beeinflussen. Es gilt, die Aussagen zu hinterfragen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Zusatzausbildungen: Wer ein Studium gewählt hat, das auf dem dem Arbeitsmarkt weniger gefragt ist, kann versuchen, sich mit zusätzlichen Ausbildungen breiter aufzustellen.

Kreativ sein: Wenn ein Weg nicht direkt zum beruflichen Ziel führt, gibt es oft Alternivwege, um es dennoch zu erreichen. Suchen Sie sich andere Einstiegsmöglichkeiten.

Aufs Bauchgefühl hören: Im Bewerbungsgespräch kristallisiert es sich meist gleich heraus, ob man künftig miteinander kann oder nicht. Nie die Intuition außer Acht lassen!

Nicht alle all-in-Verträge als schlecht einstufen: Wenn es um das Thema Arbeitszeit geht, reagieren heute viele Kandidaten sehr fordernd. Bei all-in-Verträgen hören die Iventa-Berater oft den Vorwurf, man werde als Arbeitnehmer ausgenützt. Es gäbe aber Unternehmen, die all-in bieten, dafür aber zusätzliche Tage an Zeitausgleich als Kompensation zusätzlich zum Urlaub gewähren.

Ehrlicher Lebenslauf: Beim Aufzählen der bisherigen Tätigkeiten ist ein gewisser Realismus angesagt. Nicht lügen, nicht übertreiben.

Schlechte Sitten beim Bewerbungsgespräch ablegen: Oft sind es Kleinigkeiten. Ein allzu lascher Händedruck, das Spielen mit der Visitenkarte oder mit dem Kugelschreiber, das Vermeiden des Blickkontakts zum Gegenüber – all das kann schlecht rüberkommen. Bei Personalberatern kommt es auch nicht gut an, wenn Kandidaten in Freizeitkleidung zum Vorstellungsgespräch aufkreuzen. Das Argument, beim Gespräch vor dem Personalchef des Unternehmens werde man sich schon anders präsentieren, ist mager.

Authentisch bleiben: Personalisten merken relativ rasch, wenn sich Kandidaten verstellen. Auf die Frage nach den persönlichen Schwächen kommt immer wieder die Antwort, man sei ungeduldig. Viele empfinden diese Antwort als abgedroschen. Besser keine aufgesetzten Floskeln abspulen, sondern möglichst ehrlich bleiben.

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