Überzeugen in 30 Sekunden
Bild: Christoph Haubner

Bewerbung: Überzeugen Sie in 30 Sekunden

Von Susanna Sailer

Evelyn Breitenbaumer, Personalmanagerin bei Wüstenrot, gab beim Karriereforum in Linz wichtige Bewerbungstipps.

Die Personalabteilung von Wüstenrot bekommt im Jahr zwischen 2300 bis 2500 Bewerbungsunterlagen. "Damit ist klar: Die Selektion muss rasch gehen. Bewerber haben im Schnitt eine halbe Minute Zeit, um mit ihren Unterlagen zu punkten", sagte die Personalmanagerin in ihrem Workshop anlässlich des Karriereforums in Linz. Oft stelle sie fest, dass viele Kandidaten nicht wirklich wüssten, was sie wollten. Breitenbaumer: "Bevor Sie sich entscheiden, wo Sie sich bewerben, fragen Sie sich, was Sie können und wie Ihr Ziel aussieht."

Keine Word-Dokumente

Von Lebensläufen und Anschreiben im Word-Format rät die Personalmanagerin ab. PDF sei die bessere Wahl. Ermüdend empfinde Breitenbaumer, wenn sie sich durch umfangreiche Powerpoint-Präsentationen durchklicken müsse. Viel mehr zähle bei ihr ein aussagekräftiges Anschreiben, in dem erklärt werde, warum jemand für einen Job besonders motiviert sei. "Hier heißt es Engagement und Interesse zeigen", sagte Breitenbaumer. Bewerber sollten erwähnen, was sie besonders gut können. Angeführte Eigenschaften müssten zur freien Stelle passen. Schreibe jemand, er sei "extrem lernfähig", bringe es mehr, diese Aussage mit einem Beispiel aus dem Lebenslauf zu verknüpfen, um darauf hinzuweisen, wann er diese Eigenschaft bereits bewiesen habe. Auch Schul- und Ausbildungsnachweise und Arbeitszeugnisse gehören zur Bewerbung. Alles, was nicht dabei ist, gibt Grund zum Nachbohren. Breitenbaumers Rat: "Schicken Sie diese Nachweise nicht als zehn Einzeldateien, sondern sortieren Sie diese so als PDF, dass die Personalverantwortlichen nur einmal darauf klicken müssen."

Für Telefonat gewappnet sein

Hat die Bewerbungsunterlage bestanden, folgt die nächste Hürde: das Telefonat. Breitenbaumer kontaktiert die ausgewählten Kandidaten und fragt als Erstes, was diese an der ausgeschriebenen Stelle besonders angesprochen habe. "Für mich ist das spannend, weil ich mit diesem ersten Kontakt in das persönliche Umfeld des Bewerbers vordringe." Jedenfalls sei es wünschenswert, wenn ein Kandidat eine passable Antwort auf eine derartige Frage geben könne. Sei jemand nicht erreichbar, erwarte sie einen Rückruf binnen ein bis zwei Tagen. "Ansonsten nehme ich an, dass das Interesse an der Stelle erloschen ist." Kommt es dann zu einem Vorstellungsgespräch, ist erneut Gelegenheit, sich von der besten Seite zu zeigen.

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