Frauen fragen so oft wie Männer nach Lohnerhöhung, kriegen sie aber seltener
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Frauen kriegen seltener eine Lohnerhöhung

Von OÖN

LONDON. Wahrscheinlichkeit, dass Männer Gehaltserhöhung bekommen, um 25 Prozent höher.

Die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen seit Jahren. Frauen verdienen in Österreich – auf Vollzeit gerechnet – rund 20 Prozent weniger als Männer. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Frauen schlechter bezahlte Berufe und weniger Führungspositionen haben und häufiger Teilzeit arbeiten, sondern schlicht und einfach auch deswegen, weil ihnen die geforderten Lohnerhöhungen seltener gewährt werden als Männern.

Frauen bekommen mit einer 25 Prozent niedrigeren Wahrscheinlichkeit eine Gehaltserhöhung, wenn sie diese bei ihrem Vorgesetzten zu erreichen versuchen als Männer. Das hat eine großangelegte Fallstudie der Cass Business School London, der University of Warwick und der University of Wisconsin ergeben, die 4600 Angestellte in 480 australischen Unternehmen befragte.

"Wir erwarteten eigentlich, Beweise für die alte Theorie zu finden, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen weniger hartnäckig als Männer sind", sagte Studienautor Andrew Oswald. Aber diesbezüglich waren Männer und Frauen gleich und zeigten gleiches Verhalten. "Das kann nur bedeuten, dass es hier am Arbeitsplatz eine Diskriminierung von Frauen gibt."

 

Gehaltsverhandlungen bei Männern und Frauen

Alter spielt eine Rolle: Laut der Studie zeigten sich auffällige Unterschiede in puncto Erfolg der Gehaltsverhandlungen beim Alter. Bei den unter 40-Jährigen war die Rate jener, die eine Gehaltserhöhung erfolgreich aushandelten, gleich hoch.

Ein Hoffnungsschimmer für Amanda Goodall von der Cass Business School: „Die Studie weist möglicherweise auch auf eine positive Entwicklung hin. Junge Frauen sind heute bei Gehaltsverhandlungen erfolgreicher als ältere Frauen. Vielleicht wird sich das fortsetzen, wenn sie älter werden.“ Die Studie liefere keinen Beweis, dass Frauen bei Gehaltswünschen zögerlicher seien, weil sie sich vor negativen Auswirkungen auf das Arbeitsklima fürchten.

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