2035 wird es viele Chefs von heute nicht mehr brauchen
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2035 wird es viele Chefs von heute nicht mehr brauchen

Von Susanna Sailer

Künstliche Intelligenz bedroht Manager-Jobs der mittleren Ebene.

Florian Schnitzhofer, Geschäftsführer der Linzer Digitalisierungsberatung ReqPool, wagt eine Prognose bis ins Jahr 2035: "Künstliche Intelligenz könnte bis dahin administrative Prozesse und sogar Entscheidungen übernehmen. Viele Chefs, allen voran jene des Mittleren Managements wie etwa Abteilungsleiter, aber auch Wissensarbeiter, braucht es dafür dann nicht mehr", sagt der Software-Experte.

Übrig bliebe nur die grundlegende Hierarchie – eine Führungsmannschaft, die die Verantwortung für sämtliche getroffene Entscheidungen habe. Alles Kreative und alles, was mit Empathie zu tun habe – also mit menschlicher Zusammenarbeit, mit Gefühlen – sowie Strategisches, werde weiterhin von Menschen gemacht werden.

Neue Rollen für Führungskräfte

Aber was passiert mit den Leuten, die derzeit Chefs sind? Schnitzhofer: "Die werden genauso inhaltliche Arbeit machen wie bisher. Sie könnten auch Mediatorenrollen einnehmen. Menschen wollen mit Menschen zu tun haben. Sie werden sich aber auf den wertschöpfenden Teil der Arbeit fokussieren können."

Alle Branchen würden von dieser Entwicklung betroffen sein. Die Finanzbranche sei dahingehend bereits sehr weit, die Banken und der Handel befänden sich mitten in der Umstellung. Schnitzhofer nennt auch die Pflege als Beispiel: "Wenn wir es uns finanziell leisten können, werden uns weiterhin Menschen pflegen. Aber die Einteilung der Arbeit, das Kontrollieren und Unterstützen, steuert und lenkt dann eine Software."

Dennoch sieht der Digitalisierungs-Experte "keine Massenarbeitslosigkeit unter Denkern" auf uns zukommen. "Aber Routinejobs und jene, die nicht zur Wertschöpfungskette beitragen, werden abnehmen. Das sind Stellen, die derzeit eine mittlere Qualifikation voraussetzen", meint Schnitzhofer.