Bild: Jung-Unternehmer Jürgen und Verena Steinbichler, Thomas Brandtner (r.)

Drei Oberösterreicher gründeten "Logismart"

Von Alexander Zens

Pakete: Digitales Schloss öffnet Zustellern die Tore

Wer kennt das nicht? Man hat im Internet bestellt, ist aber nicht zuhause, wenn der Zusteller das Paket bringt. Entweder die Ware liegt dann ungeschützt vor dem Hauseingang, oder man muss mit einem gelben Zettel zum Postamt. "Zu Weihnachten 2016 haben wir uns gedacht, das kann es heutzutage nicht mehr sein. Immerhin wächst das Paket-Aufkommen rasant", sagt Verena Steinbichler aus Kronstorf.

Die 34-Jährige hat seither mit Ehemann Jürgen Steinbichler (31) und Thomas Brandtner (36) aus Steyr, alle drei berufstätig, eine Idee entwickelt und im Oktober das Start-up "Logismart" gegründet.

Es handelt sich um ein Schließsystem für Paketboxen, das man mit einer App bedient und das unabhängig davon funktioniert, welcher Zustelldienst liefert. Denn Post, DHL, DPD oder UPS haben sich zwar auch schon des Problems angenommen – mit eigenen Paketkästen oder Voranmeldungen. "Sie arbeiten aber nicht zusammen", sagt Steinbichler. Logismart bietet ein "Tech-Set", das aussieht wie ein WLAN-Gehäuse und in jede Art von Paketbox eingebaut werden kann. Mit der dazu gehörenden App generiert man PINs (also Codes) und vergibt diese mittels Abstellgenehmigung fix an die Paketzustelldienste. Der PIN dient als "Öffnungs-Erlaubnis".

Komponenten aus aller Welt

Man habe schon 100 unverbindliche Vormerkungen für den Kauf des Tech-Set, sagt Steinbichler. Mit dem Verkauf soll im Mai gestartet werden. Es wird noch an der Produktion gefeilt, die die drei Gründer derzeit selbst mit Elektronik-Komponenten aus aller Welt abwickeln. Prototypen sind schon im Einsatz.

Brandtner programmiert und arbeitet bei der IT-Firma RIS, die Steinbichlers sind in Marketing und Vertrieb tätig, Jürgen bei der Brau Union, Verena beim Personalberater Trescon. Langfristig solle Logismart Teil einer "großen, zentralen Lösung" werden, sagt die Jung-Unternehmerin: "Paketstationen an Siedlungseinfahrten oder auf Gemeindeplätzen, wo jedem Haushalt eine Box gehört." Es gebe dazu Gespräche etwa mit Wohnbaufirmen und Telekom-Unternehmen.