Haubenkoch Lukas Kienbauer
Bild: Furtner Alois // Der Schärdinger Lukas Kienbauer ist das beste Beispiel dafür, wie steil die Karriere nach einer Kochlehre bergauf gehen kann.

Die beste Werbung für seine Zunft

Von Bianka Eichinger

Schärdinger Lukas Kienbauer als Vorbild für Nachwuchs-Köche.

Gastronomiebetriebe sind mehr denn je auf der Suche nach talentierten Nachwuchskräften in der Küche. Einige Wirte mussten aufgrund von Personalnot sogar schließen oder ihre Öffnungszeiten verkürzen. Oberösterreichs beste Lehrlinge schlüpfen beim CulinaryArtFestival in Linz in die Rolle der Chefköche und zeigen, was sie gelernt haben und können. Die Patronanz für das Event hat kein geringerer als der Innviertler Haubenkoch und Restaurantbesitzer Lukas Kienbauer übernommen. Der Schärdinger ist das beste Beispiel dafür, wie steil die Karriere nach einer Kochlehre bergauf gehen kann. Warum er sich für den Nachwuchs engagiert und seiner Meinung nach immer weniger Jugendliche in der Gastronomie arbeiten wollen, verrät Kienbauer im Interview.

Wie schwierig ist es aus Ihrer Sicht als Gastronom einen Koch-Lehrling zu lukrieren?

Kienbauer: Ich glaube, es ist wichtig der Jugend eine Zukunftsperspektive zu geben. Nicht nur eine Lehrstelle, sondern auch ein Umfeld, in dem man – auch im Berufsleben – Spaß hat und sich wohlfühlt, Zukunftschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten erhält.

Sie haben die Patronanz für das CulinaryArtFestival in Linz übernommen. Dort zeigen die besten Kochlehrlinge Oberösterreichs ihr Können. Warum engagieren Sie sich als Haubenkoch für die Nachwuchstalente?

Ich möchte etwas zurückgeben und den Nachwuchs unterstützen, wo es möglich ist.

Warum wollen immer weniger junge Menschen in der Gastronomie arbeiten? Sind wirklich die Arbeitszeiten der ausschlaggebende Beweggrund? Oder ist es die Bezahlung?

Es gibt ein sehr veraltetes Bild von der Gastronomie. Moderne Gastronomie bietet so viele Weiterbildungs- und Aufstiegschancen. Sowohl vom Arbeiten als auch vom Verdienst.

Mit welchen Argumenten werben Sie für eine Ausbildung in der Gastronomie?

In der Gastronomie kann man jederzeit auf der ganzen Welt arbeiten. Egal, ob auf einem Kreuzfahrtschiff, in der Karibik, in Asien, Amerika oder sonst irgendwo. Gastronomie ist wie eine große Familie. Egal wo man ist, man wird als Kollege herzlich empfangen und wie ein Freund behandelt. Man kann sich kreativ ausleben und Gäste glücklich machen. Kontakte knüpfen, viele Menschen kennenlernen und Freundschaften schließen.

Personalmangel – sowohl im Service als auch in der Küche – zwang Restaurantbetreiber sogar schon zum Zusperren. Sehen Sie in naher Zukunft eine Trendwende in Sachen Personalnot?

Es ist die Aufgabe der Restaurants entsprechende Arbeitsprofile zu schaffen, in denen das Arbeiten Spaß macht und der Job Arbeitnehmer überzeugt und gleichzeitig fesselt. Man braucht Zukunftsperspektiven, muss sich einbringen können. Man soll auch etwas mitbewirken und mitbewegen können und dürfen.

Sie sind das beste Beispiel dafür, dass man als gelernter Koch Karriere machen kann. Welche Tipps geben Sie Ihren Lehrlingen mit auf den Weg?

Lernt in Betrieben, die noch ordentlich Kochen und Gastfreundschaft leben. Lernt die Basics und bildet euch weiter. Seid loyal, konsequent und gebt immer alles. Versucht jeden Tag besser zu werden. Verwirklicht eure Träume und zieht es durch!