Bild: JimLee // Überreichung des Wirtschaftsoskars an die Steyrer Firma ESS: Moderatorin Hannelore Veit-Fauqueux, Wirtschaftsdelegierter Walter Koren, CMO Karl Felbauer (ESS Engineering Software Steyr GmbH), Generalkonsul Andreas Launer.

Software-Start-up aus Steyr gewann "Wirtschaftsoskar"

Von Gerald Winterleitner

Firma "ESS" eroberte mit Simulationsmodell den US-Automarkt.

Über eine besondere Auszeichnung darf sich das noch junge Start-up-Unternehmen "ESS Engineering Software Steyr GmbH" freuen: Die in der Berggasse beheimatete, erst am 1. Jänner 2015 gegründete Firma des Steyrer Softwareentwicklers Martin Schifko gewann in Los Angeles den USA-Biz-Award, der als "Wirtschaftsoskar" des österreichischen Außenwirtschaftszentrums gilt.

Der renommierte Preis, der zeitgleich mit den Oscars der Filmindustrie verliehen wurde, wurde heuer bereits zum achten Mal in sechs Kategorien vergeben. Insgesamt wurden 17 österreichische Unternehmen für ihre Spitzenleistungen am US-Markt nominiert. ESS erhielt den Preis in der Kategorie "Start-up".

Mitarbeiterzahl verfünffacht

Ausgezeichnet wurde das Steyrer Start-up für seine Simulationssoftware für die Autolackierung namens "Alsim". Mit dieser können Automobilhersteller berechnen, wie Lack beim Lackiervorgang von einer Karosserie wieder abläuft, ohne Luftblasen zu hinterlassen. Ebenfalls auf dem US-Markt etabliert haben sich die Steyrer mit der Software "Merge", mit der 3D-Daten aufbereitet werden. "Als junges Start-up sind wir sehr froh, überhaupt die Nominierung erhalten zu haben", sagt Karl Felbauer, Sprecher von ESS, "der Gewinn des Awards zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, weltweit Technologieführer zu werden. Wir sind sehr stolz auf unser Team für diese großartige Leistung."

Die Automobilindustrie sei für hohen Standard und Qualitätssicherung bekannt, die bei der Software-Anschaffung in der Regel Evaluierungsphasen von bis zu 18 Monaten mit sich bringen würden, erklärt Felbauer: "Wir haben aber einige der größten Automobilhersteller wie Ford, GM und Honda Nord Amerika innerhalb von einem bis sechs Monaten von unseren Softwarelösungen überzeugt und als Kunden gewonnen." Nun würden sich die neuentwickelten Lösungen von ESS langsam weltweit als Key Player etablieren.

Eines der Erfolgsgeheimnisse bei ESS, aufgrund derer neue Standards gesetzt werden, ist auch der multidisziplinäre und multikulturelle Austausch. In Steyr arbeiten aktuell 35 Personen aus 15 verschiedenen Nationen akribisch an Lösungen, den Simulations-Software-Markt zu revolutionieren. Vor einem Jahr hatte ESS erst sieben Mitarbeiter. Und auch der Umsatz verdreifachte sich innerhalb eines Jahres.