"Ohne Verhandlungskompetenz und einer gewissen Härte geht es nicht"
Bild: TopTeam/Germann: Top-Team Zentraleinkauf-Chef Hofer: "Durchsetzungsstark und kommunikativ zu sein, ist wichtig."

"Ohne Kompetenz im Verhandeln und einer gewissen Härte geht es nicht"

Von Susanna Sailer

Top-Team Zentraleinkauf-Chef Manuel Hofer über die Qualitäten guter Einkäufer

Der Einkauf ist so alt wie die Geschichte des Handels. Und doch geht der heutige Beruf eines Einkäufers weit über das Beschaffen von Waren hinaus. Er nimmt eine wichtige logistische Schnittstelle in einem Unternehmen ein.

"Es braucht eine durchsetzungsstarke, kommunikative Persönlichkeit, die sich trotzdem in ein Team integrieren kann", sagt Manuel Hofer, Geschäftsführer des Top-Team Zentraleinkaufs in Traun. Er kauft für sieben Handelspartner, darunter Transgourmet, Unimarkt und Eurogast, ein. Hofer: "Ohne Verhandlungskompetenz und einer gewisse Härte geht es nicht. Wer trotzdem mit Hausverstand und Einfühlungsvermögen auf sein Gegenüber eingeht, kommt am weitesten."

Expertenwissen gefragt

Letztlich mache diesen Job wesentlich mehr aus, als Konditionen zu verhandeln. Jeder Einkäufer müsse ein Experte für seinen Fachbereich sein. Denn ohne tiefe Markt- und Branchenkenntnis sei ein Erfolg im Einkauf nahezu ausgeschlossen. Hofer nennt als Beispiel einen Einkäufer für Brot und Gebäck. Dieser muss über das Angebot diverser Bäcker aus der Region genauso gut Bescheid wissen, wie über internationale Ernährungstrends. Hofer: "Als Einkäufer bekommt man nicht nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen, sondern immer das große Ganze." Deswegen beschäftigen sich seine Mitarbeiter stark mit den unterschiedlichen Rohstoffentwicklungen auf dem Weltmarkt. Hofer: "Wir nutzen hier eine internationale Datenbank mit über 11.000 Rohstoff-Indizes, um die Preise nachvollziehen zu können." Einkäufer haben nicht nur die Aufgabe, eine Liste mit vorgegebenen Produkten anzuschaffen, sondern können aktiv den Markt mitgestalten. Immer öfter sind sie mit Produktentwicklungen beschäftigt. Sie werden zu Innovations-Scouts für ihr Unternehmen.

Die Jobaussichten für Einkäufer sieht Hofer jedenfalls auch für die Zukunft positiv. "Es ist ein Beruf, der sich zwar mit der Digitalisierung verändert, aber der dennoch nicht wegrationalisiert werden kann. Denn einkaufen werden die Menschen wohl immer."

Die Fachkenntnisse vermittelt die dreijährige Lehre zum Einkäufer. Es gibt auch zahlreiche Weiterbildungskurse diverser Institutionen. Viele Unternehmen entwickeln ihre Mitarbeiter im Einkauf selbst in eigenen Schulungen weiter, um sie auf besondere Erfordernisse einzustimmen.