Bild: Weihbold // 186 Männer, aber noch keine Frau, stehen bei der Linzer Berufsfeuerwehr für den Notfall bereit

Karriere bei der Feuerwehr: "Der Andrang ist groß"

Von geg / OÖN

Neue Mitglieder werden bei der Berufsfeuerwehr frühestens in fünf Jahren aufgenommen.

Sie hingen in schulterbreitem Griff 45 Sekunden lang mit dem Kinn über einer Klimmzugstange, kletterten auf eine 30 Meter hohe freistehende Leiter und mussten mehrmals beidbeinig eine 33 Zentimeter hohe Stange überspringen. 100 Männer und vier Frauen stellten sich der bislang letzten Aufnahmeprüfung der Linzer Berufsfeuerwehr im Jahr 2016. Sechs Männer konnten die Kriterien erfüllen und traten im Vorjahr ihren Dienst an.

"Der Andrang ist ungebrochen groß, aber es wird sich erst in fünf bis acht Jahren wieder etwas tun", sagt Roland Hieslmayr, Bereitschaftsoffizier bei der Berufsfeuerwehr Linz. Das Team sei jung und gut besetzt. Bedarf gebe es erst wieder bei Pensionierungen. Eine Lockerung der Aufnahmekriterien, wie es derzeit bei der oberösterreichischen Polizei gehandhabt wird, sei kein Thema.

186 Mann der Linzer Berufsfeuerwehr sind derzeit für das Wohl der Linzer im Einsatz. Sie rückten im Vorjahr durchschnittlich zwölf Mal pro Tag aus.

Weniger Brände, mehr Einsätze

Mit 4443 Einsätzen verzeichnete die Berufsfeuerwehr im Jahr 2017 450 Einsätze mehr als noch im Vorjahr. Dabei waren mit 363 Bränden 147 weniger als im Jahr 2016 zu löschen. Die meisten Brände wurden von Wärmegeräten ausgelöst.

Die Zahl der technischen Hilfeleistungen stieg auf knapp 3000 deutlich an. 977 dieser Einsätze betrafen Tiere.

Auch in puncto Infrastruktur hat sich bei der Linzer Feuerwehr viel getan. Die sanierungsbedürftige Feuerwache Nord wurde trotz Sparkurs um rund sieben Millionen Euro grundlegend um- und ausgebaut. Auf der Hauptfeuerwache starteten 2017 die Arbeiten für den Neubau der Nachrichtenzentrale. 

Keine Feuerwehrfrauen

Sie werden dringend gesucht, können aber nicht gefunden werden: Die Frauen, die sich in den Dienst der Linzer Berufsfeuerwehr stellen. „Der weibliche Anteil bei einer Aufnahmeprüfung liegt zwischen ein und drei Prozent“, sagt Branddirektor Christian Puchner. Drei Frauen seien mittlerweile im vorbeugenden Brandschutz tätig.

Bei der Aufnahmeprüfung der Berufsfeuerwehr werden aber weiterhin Anwärter bevorzugt, die feuerwehrspezifische Handwerksberufe (Mechaniker, Elektriker, Tischler) erlernt haben. „Deswegen wollen wir aber niemandem den Zugang verwehren, der die Aufnahmeprüfung besteht“, sagt Puchner. Darum habe man sich geeinigt, auch Anwärter ohne dieser Ausbildung aufzunehmen. „Im Verhältnis 80 zu 20“, wie Puchner sagt.
Man versuche gezielt, bei Frauen Werbung für den Beruf zu machen. Das Interesse sei aber nach wie vor gering. Ein möglicher Grund sei der anstrengende 24-Stunden-Wechselschichtdienst. „Wir versuchen weiterhin, möglichst viele Frauen von diesem spannenden Beruf zu überzeugen.“