Bild: Robert Pauker // Romana Roth lenkt den 24 Meter langen E-Bus der Linz AG Linien

"Ganz wichtig sind Ruhe und Gelassenheit"

Von Susanna Sailer

Eine Buslenkerin und ein Straßenbahnfahrer der Linz AG Linien erzählen, worauf es in ihrem Beruf ankommt.

Morgens im Fahrgastraum drängen sich Schüler, Mütter bugsieren Kinderwägen zu den Abstellnischen, Pensionisten blicken sich suchend nach einem Sitzplatz um. Am Steuer des Obusses sitzt Romana Roth (40). Sie lenkt seit einem Jahr den 24 Meter langen E-Bus der Linz AG Linien, in dem bis zu 183 Personen Platz finden.

Die Mutter eines 21-jährigen Sohnes ist Profi auf diesem Gebiet. Vor dem Obus chauffierte sie vier Jahre lang die Busse der Linz AG Linien. Auch bei Sabtours war sie einige Jahre im Einsatz. Was sie am Busfahren reizt? "Es ist die Liebe zu großen Fahrzeugen", sagt Roth.

Einen verantwortungsvollen Job hat sie auf jeden Fall. Immerhin sind sie und ihre 41 weiblichen und 421 männlichen Kollegen der Linzer Verkehrsbetriebe für das Wohl von jährlich 112 Millionen Fahrgästen zuständig. Roth: "Es ist für mich ein gutes Gefühl, wenn ich die Leute sicher zu ihren Ausstiegszielen bringe. Wenn ich mit dem Obus nach der letzten Schicht einrücke und ihn unversehrt übergeben kann, weiß ich, dass ich einen guten Job gemacht habe."

Was man für diesen Beruf mitbringen sollte, seien Ruhe, Gelassenheit und die Liebe zum Beruf, meint die Bus- und Obuslenkerin. Ein gutes Gedächtnis kann auch nicht schaden. Denn in Linz und Umgebung sind vier Obus-, zehn Autobus- und fünf Schnellbuslinien zu bedienen. "Die Streckenführungen lernt man bei den Ausbildungsfahrten", erzählt sie.

Kind und Job – kein Problem

Beruf und Familie seien gut miteinander zu kombinieren. "Es gibt im Turnusbetrieb nur zwei Nachmittage, an denen ich nicht daheim bin. Ich habe Kolleginnen mit Kleinkindern, die keinerlei Probleme beim Koordinieren haben." Mit Wochenend- und Feiertagsdiensten ist zu rechnen. Es gibt jedoch Arbeitszeitmodelle, die diese Tage ausschließen. Franz Leidinger (50), seit sieben Jahren Straßenbahnfahrer bei den Linz Linien, stört die Wochenendarbeit jedenfalls nicht.

"Man darf sich in diesem Job nicht stressen lassen. In Stoßzeiten kommt es durch gewisse Umstände zu Verzögerungen. Die dürfen einen nicht beunruhigen", sagt Leidinger. Das Fahren durch die Linzer Landstraße erfordere zudem hohe Konzentration. "Leute laufen oft direkt vor die Straßenbahn, oder Radfahrer schneiden den Fahrweg. Da ist ein defensiver Fahrstil wichtig", sagt der gelernte Tischler, der auch Berufserfahrung als Lkw-Fahrer vorweisen kann. "Ich habe früher oft den Job gewechselt. Diesen Beruf möchte ich jedoch bis zur Pension ausüben", ist Leidinger sicher.

Ausbildung erfolgt im Betrieb

Wer als Bus- oder Straßenbahnfahrer anfangen will, muss mindestens 21 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Abschluss einer höheren Schule und den B-Führerschein vorweisen. Die spezifische Ausbildung erfolgt dann bei den Linz AG Linien. Die Schulung zum Straßenbahnfahrer beträgt sieben bis acht Wochen, jene zum Busfahrer beträgt mit vorhandenem Bus-Führerschein D drei, sonst sechs bis sieben Wochen. Wobei der D-Führerschein bei den Linz AG Linien gemacht werden kann. Wer die Pöstlingbergbahn lenken möchte, braucht neben der Lenkerbescheinigung für die Straßenbahn eine erweiterte Spezial-Ausbildung.