Wie Sie im Job die Ausfahrt finden
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Wie Sie im Job die Ausfahrt finden

Von Susanna Sailer

Coach Wolfgang Feichtenschlager gibt Tipps zur beruflichen Neuorientierung

Es gibt Berufsphasen, die einem kontinuierlichen Umrunden eines Kreisverkehrs gleichen. Speziell zu Jahresbeginn fragen sich manche: Soll ich mich weiter im Kreisel drehen oder doch eine Ausfahrt wählen – und wenn ja, welche? Der Linzer Unternehmensberater und Coach Wolfgang Feichtenschlager kennt einen Fahrplan, der beim Beantworten dieser Fragen hilfreich sein kann.

Ziele visualisieren: Wer seine Wünsche, Träume und Ziele stets vor Augen hat, verzettelt sich weniger. Gestalten Sie Ihre eigene Zielcollage, auch Vision Board genannt, als Hilfsmittel dafür. Die Collage auf einem Poster besteht aus individuell zusammengestellten Bildern, Stichworten und Symbolen. Feichtenschlager: "Zukunftsperspektiven, die anfangs nebulös erscheinen, treten so klarer hervor." Ein Zeitrahmen von mindestens drei Monaten bis zu einem halben Jahr sollte dafür eingeplant werden.

Selbstreflexion: Bei der Arbeit am persönlichen Zukunftsbild gilt es, einige Fragen zu klären: Wie sehen die eigenen Kernkompetenzen auf kommunikativer, sozialer, methodischer und fachlicher Ebene aus? Welche Branchen sind interessant und passen diese zu den Kernkompetenzen? Wohin wollen Sie Ihre Aufmerksamkeit lenken und sind Sie bereit, Energie und Arbeitszeit dafür einzusetzen? Fragen Sie sich auch, was Sie auf keinen Fall tun möchten.

Schriftlich festhalten: Es ist wichtig, alle Ziele und Vorstellungen zu notieren. "Am besten, Sie haben Block und Bleistift griffbereit neben Ihrem Bett oder ein Diktiergerät in Ihrer Nähe", rät der Coach.

Potenzialanalyse: In Buchhandlungen bzw. im Internet sind zahlreiche Potenzialanalysen erhältlich, mit denen jeder im Alleingang das eigene Verhalten und seine Fähigkeiten nachvollziehen kann.

Dialog: Erst wenn Sie für sich selbst ein halbwegs präzises Bild vor Augen haben, ist es sinnvoll, mit engen Bezugspersonen darüber zu sprechen.

Entwicklungsgespräch: Abzweigungsmöglichkeiten in einem Kreisverkehr zu finden, bedeutet nicht unbedingt, den Arbeitgeber zu verlassen. Suchen Sie das Gespräch mit verantwortlichen Personen, um Ihre berufliche Zukunft auszuloten und setzen Sie damit ein Signal, dass Sie bleiben und sich weiterentwickeln wollen.

Achtung vor zu vielen Illusionen: Bietet sich keine interessante Perspektive im Unternehmen, kann eine Umorientierung sinnvoll sein. "Allerdings sollten auch negative Begleiterscheinungen eines neuen Jobs überlegt werden", sagt Feichtenschlager.

Trennungsgespräch: Entscheiden Sie sich für den Abgang aus dem Unternehmen, dann legen Sie Ihrem Chef Ihre persönlichen Beweggründe dar. Ein versöhnlicher Abschied ist Voraussetzung dafür, dass Sie einander auch künftig in die Augen sehen können. Feichtenschlager: "Bei unsauberen Trennungen kommt meist später etwas retour. Denn man sieht sich im Leben immer zweimal."