1600 zusätzliche Pflegekräfte benötigt

Mit dem Kombi-Lehrgang ist es möglich, gleichzeitig die Ausbildung zu absolvieren und Teilzeit Geld zu verdienen. Bild: Colourbox Sonderthemen-Redaktion

Die Ausbildung von Mitarbeitern für die Altenarbeit hat in Oberösterreich durch den starken Bedarf eine ganz hohe Priorität

Der Pflegebereich ist eines der Felder mit den größten Chancen auf einen Job. Bis zum Jahr 2025 werden rund 1600 zusätzliche Pflegekräfte (Vollzeitäquivalente) in Oberösterreich benötigt. "Für mich hat es oberste Priorität, dass wir ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte für die Altenbetreuung und Pflege gewinnen. Wir haben in kürzester Zeit den ersten Lehrgang ,Junge Pflege‘ für Pflichtschulabsolventen gestartet. Zusätzlich gibt es flexiblere Ausbildungsangebote und die Möglichkeit, sich bereits während der Ausbildung anstellen zu lassen", betont Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer.

Stipendium und Kombi-Lehrgang

Dieses Jahr werden voraussichtlich 36 Ausbildungslehrgänge zum Fachsozialbetreuer Altenarbeit (FSB "A") gestartet. Um diese Lehrgänge auch voll belegen zu können, ist die Existenzsicherung während der Ausbildung ein entscheidendes Kriterium. Neben dem Fachkräftestipendium wird in Oberösterreich zusätzlich der Kombi-Lehrgang Pflege angeboten, welcher Ausbildung und Anstellung vereint.

Dieses Modell sieht vor, dass es ab sofort möglich ist, im Rahmen einer Teilzeit-Anstellung in einem Alten- und Pflegeheim Geld zu verdienen und parallel eine fundierte Ausbildung für den Sozialbereich zu erlangen. Das bringt den Auszubildenden - im Vergleich zum Fachkräftestipendium des Bundes - zusätzliche Vorteile: Die Anstellungszeit ermöglicht bereits während der Ausbildung den Erwerb von Pensionszeiten, außerdem haben die Auszubildenden nach ihrem Abschluss als FSB "A" bereits einen fixen Arbeitsplatz in einem Alten- und Pflegeheim, bei dem in Absprache mit dem Dienstgeber die Wochenstunden individuell aufgestockt werden können.

Ein weiterer Meilenstein ist der Lehrgang "Junge Pflege". Damit ist es erstmals möglich, direkt nach der Pflichtschule eine spezielle Ausbildung mit Abschluss Fachsozialbetreuer Altenarbeit zu beginnen. "Bisher war das erst mit 17 Jahren möglich. Daher sind viele sozial engagierte und an Pflegeberufen interessierte Jugendliche verloren gegangen. Ich bin mir aber auch der besonderen Verantwortung gegenüber den jungen Menschen bewusst, weshalb die Ausbildung unter besonderen didaktischen Blickwinkeln ausgearbeitet wurde. In den ersten beiden Jahren stehen Fachgrundlagen und Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund", sagt Gerstorfer.