Die Jobs werden anspruchsvoller: Hilfskräfte immer weniger gefragt

Die Lehre mit Matura bringt einen großen Vorsprung am Arbeitsmarkt. Bild: Colourbox Sonderthemen-Redaktion

Das BFI Oberösterreich setzt vielschichtige Maßnahmen, um den Fachkräftemangel einzudämmen

Die Lösung der Fachkräfte-Frage auf allen Ebenen – vom Industrie- über den Gesundheits- und Sozial- bis hin zum Ökobereich – ist für den Wohlstand und die Lebensqualität zukünftiger Generationen von größter Bedeutung. "Denn ohne genügend Fachkräfte sind wir auf Dauer selbst in Oberösterreich nicht konkurrenzfähig", sagt BFI-OÖ-Geschäftsführer Christoph Jungwirth. "Die Jobs werden anspruchsvoller und Hilfskräfte sind immer weniger gefragt."

Um den Fachkräftemangel einzudämmen, hat sich das BFI Oberösterreich in den vergangenen Jahren als Partner im Bereich von Firmenschulungen etabliert. Die Palette reicht dabei vom Förderunterricht für Lehrlinge über gesetzlich geregelte Ausbildungen wie den Staplerschein bis hin zu individuellen Aus- und Weiterbildungen von Personal. Dass namhafte Firmen auf die Expertise des BFI Oberösterreich zurückgreifen, beweist nicht zuletzt ein Vorzeigeprojekt in Wels: Acht Leitbetriebe aus der Stadt und ihrem Umland schlossen sich zu einem einzigartigen Ausbildungsverbund zusammen, der unter der Ägide des BFI steht. Er setzt sich zusammen aus TIGER Coatings, Trodat, TGW Logistics Group, FMT Ferro Technik, Maschinenfabrik Laska, ewe Küchen, Reform-Werke und starlim//sterner. "Die enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Personal- und Ausbildungsverantwortlichen legt den Grundstein für unsere langfristigen Partnerschaften", betont Jungwirth.

Schwerpunkt "Lehre mit Matura"

Ein großer Schwerpunkt am BFI Oberösterreich ist die "Lehre mit Matura", die schon seit zehn Jahren angeboten wird. "Jugendliche haben durch sie beste berufliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten", sagt Jungwirth. "Das Ausbildungskonzept bringt ihnen einen großen Vorsprung am Arbeitsmarkt, denn gleichzeitig mit einer praktischen Berufsausbildung wird auch eine vollwertige Matura abgeschlossen."

Auch im IT-Bereich ist der Fachkräftemangel eklatant. Um diesem entgegenzusteuern, sind die Austria Personal Service GmbH (APS) und das BFI Oberösterreich eine spannende und vielversprechende Kooperation eingegangen. "Viele Unternehmen sind auf der Suche nach gut ausgebildeten IT-Mitarbeitern", weiß APS-Regionalleiter Sascha Hölzl. "Das Recruiting stellt sich aber momentan äußerst schwierig dar, denn unter dem Fachkräftemangel leidet längst auch die IT-Branche."

Mitte 2017 startete das BFI in Linz gemeinsam mit APS eine Ausbildung zum Systemadministrator. Neun Teilnehmer konnten diese Ausbildung 2018 positiv abschließen. Die Ausbildung richtete sich an Personen, die bereits IT-Kenntnisse von Schulen, Universitäten oder Fachhochschulen mitgebracht haben. Der Fokus lag auf einer stark berufsbezogenen IT-Ausbildung mit Abschluss, die einen schnellen Einstieg in die Wirtschaft ermöglicht. "Willkommen waren natürlich auch all jene, die eine Umorientierung in den IT-Bereich wollen, sagt BFI-Geschäftsführer Jungwirth". "Wer als arbeitslos vorgemerkt ist, kann während der Ausbildung weiterhin das Arbeitslosengeld beziehen." Von der Kooperation zwischen APS und BFI profitieren in weiterer Folge natürlich auch die Unternehmen. Die inhaltlich breit gestaltete Ausbildung ermöglicht es den Firmen, ihre neuen Mitarbeiter unverzüglich in die IT-Prozesse zu integrieren. Derzeit treffen das BFI und APS Vorbereitungen für den nächsten Lehrgang, der thematisch wieder auf den IT-Bereich abzielt.

Partner renommierter Firmen

Eine weitere enge Partnerschaft mit der Wirtschaft besteht in Braunau. Das dortige Ausbildungszentrum (ABZ) ist eine gemeinsame Bildungseinrichtung des BFI Oberösterreich und der Austria Metall Aktiengesellschaft (AMAG). Das ABZ bietet für die Region Innviertel Lehrlingsausbildung in modularer Form sowie Aus- und Weiterbildungen für Facharbeiter an. Ziel aller Maßnahmen im ABZ ist es, den Menschen bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mittlerweile genießt das ABZ nicht nur im Innviertel hohes Ansehen. 27 Firmen – unter ihnen so bekannte wie KTM, Miele, FACC, Borbet Austria oder Hargassner – beauftragen das ABZ regelmäßig mit Ausbildungsleistungen.