Lasbergerin glänzt in der Metalltechnik

Lasbergerin glänzt in der Metalltechnik

Alle acht Wochen hat sie eine Woche Bereitschaftsdienst, wo sie rund um die Uhr erreichbar sein muss, um bei Störungen gleich zur Stelle zu sein. Bild: FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR Ulrike Rubasch

Vanessa Berger (20) ist die erste Frau in der Linz AG in diesem trendigen Lehrberuf

Metalltechnikerin ist der erste technische Beruf, der es bei Mädchen österreichweit unter die Top-10-Lehrberufe geschafft hat. Die Anzahl der Mädchen in Österreich, die diese Ausbildung eingeschlagen haben, hat sich in den vergangenen zehn Jahren immerhin verdoppelt. Vanessa Berger aus Lasberg bei Freistadt ist eine davon. Sie hat als erste Frau bei der Linz AG diesen Beruf (mit Hauptmodul Maschinenbau) gewählt und ist, so erzählt sie, überglücklich damit. Auch Florian Rathner, Bereichsleiter Energieerzeugung, ist happy. "Sie ist eine Bereicherung und bringt viel in die Team-Kultur ein, etwa andere Lösungszugänge."

Schon als Kind half Vanessa Berger ihrem Vater, der Sprengmeister in einem Steinbruch war, gern beim Reparieren von Baumaschinen. "Große Maschinen haben mich immer schon fasziniert. Ich scheu’ auch den Dreck nicht." Ihre Mutter ist Verkäuferin, "und handwerklich sehr begabt". Heute ist Berger selbst als Metalltechnikerin für das Funktionieren der Kraftwerke der Linz AG mitverantwortlich und vorwiegend am Standort Linz Mitte eingesetzt.

Einfach ist das nicht, denn die großgewachsene Sportlerin (u. a. vierfache Bezirksmeisterin im Schwimmen) ist "das einzige Mensch" im Team von 44 Instandhaltern, wie sie sagt. Körperliche Arbeiten, die schon einmal ganz schön anstrengend werden können und bei denen sie anpacken muss, gebe es genug.

Doch die Ausbildung war für sie die "ganz richtige Entscheidung". Die Arbeit biete große Abwechslung, der Zeitdruck "reizt und motiviert mich". Auch das Organisieren von Wartungs- und Revisionstätigkeiten macht ihr sichtlich Spaß. Freilich, sagt sie selbstbewusst, "du darfst dich nicht unterkriegen lassen, sonst bist du da im falschen Beruf."

Berger ist mitverantwortlich etwa für die Überprüfung der Anlagen. Ob die Schweißnähte des Speiswasserbehälters des Fernheizkraftwerks am Linzer Industriegelände noch dicht sind, obliegt ihrer Fachkenntnis und Obsorge. So muss sie etwa bei den Schnecken, die Müll oder Holz in den Verbrennungsofen transportieren, Öl wechseln oder Störungen beheben – durchaus auch mal in der Silvesternacht während des Bereitschaftsdienstes. Hartes Brot zum Neujahrsbeginn – doch ihre Augen leuchten, wenn sie vom nächtlichen, spannenden Einsatz erzählt.

Bei Routinearbeiten geht es ruhiger zu. Das Auswechseln der Hackmesser bei der Holzschnitzelanlage fällt in die Zuständigkeit der pferdeliebenden Mühlviertlerin. Wenn es körperlich mal zu anstrengend wird, "hol ich mir Hilfe von Kollegen". Am Anfang musste sie sich dieser freundlich angebotenen Hilfe regelrecht erwehren, erinnert sie sich. Denn gegen Anpacken hat sie gar nichts, auch, wenn es dreckig und kalt ist oder stinkt. "Daran gewöhnt man sich."