Chefinnen müssen männliche und weibliche Kompetenzen mitbringen
Bild: Khakimullin Aleksandr D9

Chefinnen brauchen männliche und weibliche Kompetenzen

Laut Studie der Uni Salzburg müssen Frauen ein größeres Spektrum an Fähigkeiten mitbringen als Männer.

 "Noch immer finden sich in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weniger Frauen als Führungskräfte als Männer, wofür unterschiedliche Ursachen diskutiert werden könnten. Wir möchten herausfinden, welche Personenmerkmale dafür verantwortlich sein könnten", sagt Tuulia Ortner, Professorin des Fachbereiches Psychologie an der Universität Salzburg und Leiterin einer Studie zu diesem Thema. Sie zählt mit ihrem Team zu jenen Forschenden, die seit 2014 den jährlich stattfindende Panda Women Leadership Contest in Deutschland mit Auswertungen der gewonnenen Erkenntnisse begleitet.

Die Analysen zeigten, dass Frauen am häufigsten als Führungskräfte wahrgenommen werden, wenn ihnen maskuline und feminine Verhaltensweisen im ausgewogenen Mischungsverhältnis zugeschrieben wurden. Die Schlussfolgerung des Salzburger Forscherinnen-Teams: Frauen in Führungspositionen sollen einerseits "typische" Anforderungen an Führungskräfte erfüllen, andererseits werden sie als unsympathisch wahrgenommen und erleben in ihrer Arbeit Widerstand, wenn sie diese nicht mit dem richtigen Maß an femininen Merkmalen kaschieren. "Wer als Frau nicht lächelt, wird beispielsweise eher als unsympathisch klassifiziert", sagt Ortner. Von Chefinnen würde deswegen auch eine höhere soziale Intelligenz erwartet als von Chefs.

Als Frau erkennbar bleiben

"Frauen müssen den Spagat schaffen, zwei unterschiedliche, sich teilweise sogar widersprechende Anforderungen zu erfüllen – sich in der Führungsrolle zu präsentieren, sich aber gleichzeitig erkennbar als Frau zu geben." Studien würden im Gegensatz dazu zeigen, dass Männer als Chefs auch mit einem Portfolio von rein maskulinen Führungsstilmerkmalen positiv wahrgenommen werden.

Das wiederum bedeute, dass Führungspositionen an Frauen neben fachlichen Qualifikationen auch ein hohes Ausmaß an Anforderungen an ihre soziale Intelligenz stellten. Das mache die Führungsaufgabe letztlich schwieriger für Frauen.

Panda-Mitbegründerin Isabelle Hoyer: "Die Forschungsergebnisse bestätigen eine zwar häufig empfundene, aber schwer zu belegende Herausforderung, die insbesondere Frauen betrifft – nämlich, dass oft mit zweierlei Maß gemessen wird."