Tina Prückl (li.) und Chrstina Liu
Bild: privat

Einkaufen ohne Verpackung: Zwei Linzerinnen wagen es

Von Julia Popovsky

Christina Liu und Tina Prückl wollen ihren "Unpackbar-Laden" im Februar eröffnen.

Der Versuch, in Linz verpackungsfrei einzukaufen, brachte Christina Liu (27) und Tina Prückl (26) nicht nur die Erkenntnis, dass ohne Verzicht ein solches Experiment nicht umzusetzen ist, sondern auch die Idee für ihr Geschäftsmodell eines verpackungsfreien Ladens. „Wir haben uns gedacht, wenn es hier kein Angebot gibt, dann machen wir es einfach selber“, sagt Liu. Gesagt, getan: Gemeinsam hoben die Linzerinnen die Idee für ihren „Unpackbar-Laden“ aus der Taufe. Inspiriert hat sie der Besuch eines Zero-Waste-Workshops: „Da ist uns klar geworden, wie viel unnötigen Verpackungsmüll wir produzieren.“

In Behälter abfüllen

Läuft alles nach Plan, soll ihr Geschäft in der Harrachstraße im Februar eröffnen. Neben Lebensmitteln wie Nudeln werden auch Bio-Waste-Artikel wie Shampoos angeboten, ebenso Kaffee, Tee und ausgewählte Speisen wie Suppen, die im Laden konsumiert werden können. Statt auf Verpackungen wird auf Mehrweggefäße gesetzt: Zum Abfüllen der Lebensmittel können die Kunden entweder ihre eigenen Behälter mitbringen oder welche im Geschäft kaufen.

Mit einem ähnlichen Konzept wollte in Linz vor wenigen Jahren der verpackungsfreie Holis-Markt durchstarten, der 2016 pleiteging und geschlossen wurde. Abgeschreckt hat das Liu und Prückl nicht: „Unser Geschäft soll klein und gemütlich bleiben, die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen und vernetzen können. Wir wollen keinen Supermarktflair.“

Mit ihrem Konzept betreten die beiden, die aus der Medien- und Grafikbranche kommen, Neuland. Ihre Jobs haben sie gekündigt, um sich auf ihr Projekt konzentrieren zu können: „Wir wollen etwas Sinnvolles machen, das uns Spaß macht und wo wir zu hundert Prozent dahinterstehen.“ An Ideen mangelt es nicht: So sollen in dem Unverpackt-Laden auch Workshops angeboten werden, und im Verkaufsraum soll eine Wurmkiste Platz finden. „Dort wollen wir unseren Biomüll kompostieren“, sagt Liu.

Revitalisiert wird übrigens auch das Holis-Konzept: und zwar von einer neuen Geschäftsführung in Wien, wo demnächst ein Geschäft eröffnet wird. Eine Rückkehr nach Linz ist nicht ausgeschlossen. „Wir haben Expansionspläne, Linz steht ziemlich weit oben“, sagt Inhaber Günther Harather.