Bild: Neumayr // Petra und Wolfgang Hochreiter engagieren sich in der Region.

Hochreiter-Lasagne statt Manner-Wafferl

Hochreiter beschäftigt in Perg bereits mehr Mitarbeiter als zu Manners Zeiten und gehört zu den führenden Unternehmern des Mühlviertels.

Mit sieben Mitarbeitern übersiedelte Wolfgang Hochreiter 1998 in das damals neu errichtete Werk seines Fleischverarbeitungs-Betriebs, nachdem er zuvor die 1992 übernommene Fleischerei der Eltern geführt hatte. Der Neubau war damals den neuen EU-Hygienevorschriften geschuldet. Statt 120 Quadratmetern Produktionsfläche in der alten Fleischhauerei hat Hochreiter heute 86.000 Quadratmeter an den Standorten Bad Leonfelden, Reichenthal und Perg.

"Wir haben immer nach neuen Möglichkeiten gesucht, uns weiterzuentwickeln. Heute sind wir der zweitgrößte Lasagne-Produzent Europas", erzählt Hochreiter. Immerhin 120 Tonnen des Nudelgerichtes verlassen jährlich die Hochreiter-Werke. "Das hat uns vor zwei Jahren beflügelt, das zum Verkauf stehende Manner-Werk in Perg zu übernehmen, das wir nun adaptiert und ausgebaut haben", sagt Hochreiter.

Aufschwung im Manner-Werk

Die Hygienestandards im Werk Perg zählen zu den modernsten Europas. Im größten Holzofen Österreichs werden dort, wo weiland die berühmten Manner-Neapolitanerschnitten produziert wurden, Toasts und Holzofenbrote gebacken. Eine ganz neue Pastalinie ist gerade im Entstehen. "Im Endausbau wollen wir in Perg 150 bis 200 Mitarbeiter beschäftigen – schon jetzt haben wir mehr, als Manner dort beschäftigt hat", sagt der umtriebige Bad Leonfeldner.

Engagement zeigte der Unternehmer immer wieder auch in seiner Heimatgemeinde: So wurde in Bad Leonfelden nicht nur das Traditionscafé Kastner gerettet, sondern auch das Kurhotel. 2006 geriet das Haus in Schieflage, und Wolfgang Hochreiter sprang in die Bresche. Auch aus familiären Gründen, gehörte doch sein Großvater mütterlicherseits zu den Pionieren des Kurbetriebes in Leonfelden. 22 Millionen investierte Hochreiter in das Kurhaus, das heute ein modernes Kurhotel ist. Im Vorjahr folgte die Eröffnung des zuvor übernommenen Sanatoriums Rupp in St. Georgen im Attergau. Auch hier investierte Wolfgang Hochreiter gemeinsam mit seinem Bruder Josef 20 Millionen Euro.

Von sieben auf 700 Mitarbeiter

Insgesamt sind in der Firmengruppe 700 Mitarbeiter beschäftigt. Mit einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro gehören die Hochreiters zu den ganz großen Unternehmern im Mühlviertel. Bei all der unternehmerischen Verantwortung ist Wolfgang Hochreiter, der heuer seinen 50er feiert, im Ort fest verankert. Zuvorderst ist er fixer Bestandteil der Musikkapelle von Bad Leonfelden. Dort ist er Obmann, und als Trompeter sieht man ihn in den Reihen der Kapelle marschieren, sofern es der Terminkalender irgendwie zulässt: "Ich bin nach 25 Jahren wieder aktiv eingestiegen, und es macht mir große Freude, zu spielen", sagt er.

Überhaupt seien Bodenständigkeit und eine gewisse Erdung wichtig. Diese findet er auch in der Jagd. Die Natur genießt der begeisterte Waidmann dabei nicht nur in Bad Leonfelden, sondern auch im angrenzenden Tschechien. Im örtlichen Lions Club engagiert sich der Unternehmer ebenso wie im Bad Leonfeldener Tourismusverband.

"Muss die Region mitgestalten"

Die Region voranzutreiben, liegt ihm nicht ohne unternehmerischen "Hintergedanken" am Herzen: "Wenn man gute Mitarbeiter in seiner Firma haben will, muss auch das regionale Umfeld passen, damit die Menschen gerne hier leben", sagt er. Deshalb könne man nicht nur jammern, man müsse schon nach Kräften die Region mitgestalten. Dass dies in einer oft vom Neid geprägten Gesellschaft nicht leicht ist, davon kann Wolfgang Hochreiter ein Lied singen. Die Argumente "Das war noch nie so, und das haben wir immer schon so gemacht" können den Unternehmer mitunter auf die Palme bringen. "Es muss immer die Lösung im Vordergrund stehen und nicht das Problem", sagt er. Als Unternehmer weiß er, dass der Schlüssel zum Erfolg auch oft in der Veränderung liegt. "Ich habe viele richtige Entscheidungen getroffen und einige Rückschläge erlebt – unter dem Strich dürfte aber das meiste richtig gewesen sein."