Je länger Manager eine Führungsrolle einnehmen, umso wohler fühlen sie sich
Bild: Erwin Wodicka

Je länger jemand führt, umso wohler fühlt er sich dabei

Laut Hernstein Management Report erhöht Erfahrung die Freude am Führungsjob.

 Je länger Führungskräfte in ihrem Beruf tätig sind, umso lieber üben sie diesen auch aus. "Führung darf Freude machen", fasst Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts, das Resultat des aktuellen Hernstein Management Reports zusammen. Für die Studie wurden 1530 deutschsprachige Führungskräfte, davon 584 Personen aus Österreich, befragt, um ein Stimmungsbild unter den Managern zu erheben.

"Die große Mehrheit der Führungskräfte fühlt sich demnach in ihrer Rolle wohl", sagt Kreitmayer. Denn auf die Frage, ob die eigene Führungstätigkeit Freude mache, liegt der Mittelwert aller Befragten auf einer Skala von 1 bis 100 mit 78,5 klar im positiven Bereich. Der Wert ist umso höher, je länger die an der Studie teilnehmenden Manager in ihrer Führungsrolle tätig sind. "Führungsfähigkeiten bilden sich über die Jahre heraus. Unterstützt wird diese Entwicklung durch ständige Arbeit an sich selbst", sagt Kreitmayer.

Der Umgang mit Emotion nimmt bei Führungskräften an Bedeutung zu. 86 Prozent der Befragten würden keinen Schaden erkennen, wenn ein Manager ab und zu Gefühle zeigen würde. Eine größere Herausforderung seien jedoch die Emotionen der Mitarbeiter. Immerhin gaben zwei Drittel der Studienteilnehmer an, mit den Gefühlen ihrer eigenen Leute gut umgehen zu können. "Bei einem Drittel besteht aber bei emotionaler Kompetenz ein Lernbedarf. Genau dort lohnt es sich, für die Weiterentwicklung der Führungskräfte genauer hinzusehen", sagt Kreitmayer.

56 Prozent der befragten Manager meinen, dass ihre Unternehmen hierarchisch strukturiert seien. Die Mehrheit der Führungskräfte akzeptiert diesen Status.

Flexibel agieren trotz Hierarchie

Hierarchie und Flexibilität sind jedoch kein Widerspruch. Denn drei Viertel sehen ihr Unternehmen als flexibel und anpassungsfähig an. In Bezug auf die eigene Abteilung oder das eigene Team sind es sogar 88 Prozent. Für ausdrücklich "starr" halten nur vier Prozent der Führungskräfte das eigene Unternehmen. Kreitmayer: "Hier bestätigt sich ein generelles Meinungsmuster: Das unmittelbare, eigene Umfeld wird als noch beweglicher erlebt, als das weiter gefasste."

Zum Selbstbild der Flexibilität passe, dass ein Drittel der Führungskräfte den eigenen Führungsstil als sehr agil einschätze, weitere 58 Prozent als eher agil.