Bild: WKO // Rundum positive Reaktionen gibt es auf die "Schinko Ferienwoche".

Kinderbetreuung wird für Betriebe zum Trumpf

Von lebe

Freistädter Unternehmen investieren verstärkt in Angebote für Kinder ihrer Mitarbeiter.

Es ist ein statistisches Detail, das überrascht: Kein anderer Bezirk in Oberösterreich hat eine so hohe Frauenbeschäftigungsquote wie Freistadt. "Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird die betriebliche Kinderbetreuung zunehmend zum Thema in unseren Betrieben", weiß Dietmar Wolfsegger, Leiter der Wirtschaftskammer Freistadt. Und das nicht nur in den großen Leitbetrieben wie dem Landeskrankenhaus Freistadt, wo Mitarbeiterinnen ihre Kinder schon ab einem Jahr der Obhut von Betriebstagesmüttern anvertrauen können.

Schinko ist einer der Vorreiter

Auch beim Gehäusetechnik-Spezialisten Schinko in Neumarkt hat man die Bedeutung betrieblicher Unterstützung bei der Kinderbetreuung erkannt. "Wir haben vor zwei Jahren begonnen, gemeinsam mit der Sokrates Schule in Neumarkt eine spezielle Ferienwoche für Kinder unserer Mitarbeiter zu organisieren", sagt Geschäftsführer Gerhard Lengauer. Anfangs habe man einige rechtliche Fragen zu klären gehabt, danach sei es relativ schnell möglich gewesen, dieses ganztägige Betreuungsangebot auf die Beine zu stellen. "Viel Bewegung im Grünen, gemeinsame Ausflüge, aber auch kreative und technische Workshops kennzeichnen diese Woche", sagt Lengauer. Der Elternbeitrag für diese Ferienwoche beträgt 50 Euro pro Kind, die übrigen Kosten trägt der Arbeitgeber. Etwa zehn Kinder haben im Vorjahr die Schinko-Ferienwoche in Anspruch genommen.

Weil sich vor allem kleinere Unternehmen kein eigenes Betreuungsprogramm leisten können, sei man gerne bereit, bei Kooperationsprojekten beratend und unterstützend zur Seite zu stehen, sagt die Sozialforscherin und Bezirksvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft", Heidemarie Pöschko: "In den Gemeinden hat sich das Betreuungsangebot in den vergangenen Jahren durchwegs verbessert, aber gerade die Ferienzeit stellt viele Mütter und Väter vor organisatorische Probleme." Und diese Probleme würden sich auf die Wirtschaft auswirken: In einer von Pöschko durchgeführten Umfrage bei 850 Unternehmen im Bezirk Freistadt hat die Hälfte angegeben, sie hätten mangels Kinderbetreuung schon einmal Schwierigkeiten gehabt, Mitarbeiter für sich zu gewinnen. 43 Prozent der Unternehmen stellen Kinderbetreuungsengpässe fest – vor allem in den Sommerferien.

Ferienwochen als Alternative

Eine Möglichkeit, Kinder zumindest für eine Woche gut betreut zu wissen, bieten auch Einrichtungen wie das Karlingerhaus in Königswiesen oder das Funiversum Trenda in St.Oswald bei Freistadt. "Wir organisieren in der ersten Septemberwoche ein Erlebniscamp mit Übernachtung für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren", sagt Anita Trenda. Gleich mehrere Möglichkeiten bietet Karlingerhaus-Geschäftsführer Richard Obereder an: ein Englisch-Sommercamp mit viel Sport Ende August oder die Oma-Enkel-Tage, die gemeinsam mit der Katholischen Frauenbewegung abgehalten werden.