Sigrid

Arbeit außerhalb des Jobs

Von Sigrid Brandstätter

Zwei von drei Arbeitnehmern in Österreich macht es Spaß, in ihrem beruflichen Umfeld Kontakte aufzubauen. Das verbliebene Drittel findet dieses Netzwerken – um nichts anderes geht es – unangenehm. Das sind Zahlen, die das Business-Netzwerk LinkedIn nach einer Umfrage unter 1001 Arbeitnehmern diese Woche veröffentlicht hat. Bemerkenswert sind die Vergleichszahlen für Deutschland: Dort bewertet weniger als die Hälfte (47 Prozent) dieses Kontakten positiv.

Netzwerke aufzubauen ist mehr, als in sozialen Netzwerken Kontaktanfragen an unbekannte Personen zu schicken. Nicht ganz ohne Grund sehen Menschen, die das nicht so gern tun, es als "Arbeit außerhalb der Arbeit".

Zumeist entstehen Kontakte und Netzwerke zufällig über Kollegen oder Bekannte. Nur jede/r fünfte geht strategisch vor, wagt sich aus seinem Umfeld hinaus und besucht einmal alleine eine Veranstaltung. Kluges Netzwerken bedeutet zu überlegen, wo gehe ich hin? Wo hole ich mir Inspirationen von spannenden Vortragenden? Treffe ich dort Menschen, die mir weiterhelfen – denen ich einen mit meinem Wissen einen Mehrwert bieten kann? Netzwerken bedeutet, sich Zeit zu nehmen, Zeit zu geben und auch mal mehr einzuzahlen als herauszubekommen.