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Von Wien weggehen?

Von Sigrid Bandstätter

Eine interessante Untersuchung haben die Volkswirte der Bank Austria gemacht:

Sie haben herausgefunden, dass – anders als rundherum wahrnehmbar – die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wegen unpassender Qualifikationen seit dem Jahr 2011 kaum zugenommen hat. Was hingegen steigt, ist die räumliche Nicht-Übereinstimmung. Diese habe "ein beachtliches Ausmaß" erreicht.

In der Theorie wäre die Problematik auf dem heimischen Arbeitsmarkt damit einfach zu lösen: Es fehlen vor allem im Osten und Süden des Landes die Jobs. In den westlichen Bundesländern sowie Oberösterreich und Salzburg fehlen Fachkräfte. Aus Wien müssten zwei Drittel der Arbeitssuchenden abwandern, aus dem Burgenland ein Drittel, aus Kärnten jeder fünfte und aus Niederösterreich jeder zehnte.

Der Ruf nach größerer Mobilität von Erwerbstätigen wird lauter werden. Mit strengeren Vorgaben allein – etwa längere Wegstrecken, die Arbeitssuchende bei Stellenangeboten in Kauf nehmen müssten – wird das nicht lösbar sein. Um internationale Spezialisten ins Land zu holen, lassen sich Firmen viel einfallen. Unterstützung bei der Wohnungssuche, Hilfe bei der Arbeitssuche für den Partner, Mentoren, die helfen, sich heimisch zu fühlen – die Liste lässt sich fortsetzen. Wahrscheinlich würde ein Teil davon reichen, um die Mobilität im eigenen Land zumindest ein wenig zu erhöhen.