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Gut gemeint, aber ...

Von Sigrid Brandstätter

Ab morgen gilt in Deutschland das Entgelttransparenzgesetz. Beschäftigte können vom Chef darüber Auskunft verlangen, was Kollegen mit vergleichbarer Aufgabe und in ebensolcher Position verdienen. Das Gesetz gilt für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern und zielt auf Reduktion der Gehaltsdiskriminierung ab.

Auch in Deutschland ist der Unterschied bei den Gagen zwischen Männern und Frauen groß und liegt bei über 20 Prozent. Berücksichtigt man Alter, gewählte Berufe, Teilzeitanteil und Positionen, liegt der Unterschied in Österreich bei neun, in Deutschland bei sechs Prozent. Der Ansatz, mehr Transparenz anzustreben, ist also prinzipiell interessant. Allerdings wird das Gesetz in der Realität kaum etwas bringen. Schon die Vergleichbarkeit der Positionen ist oft schwierig. Sechs ähnliche Positionen sind heranzuziehen. Als Vergleichswert wird der Median kommuniziert, also der Wert, der anzeigt, dass die Hälfte darunter und die zweite darüber liegt – was wenig aussagekräftig ist.

Für Frauen bedeutet das, sich die Berufswahl genau zu überlegen, Karriereschritte zu wagen – und auf die eigenen Leistungen aufmerksam zu machen und regelmäßig über Gehaltserhöhungen zu verhandeln.