Sigrid Brandstätter
Bild: OÖN

Zeit statt Geld

Zugegeben, die Untersuchung ist aus Deutschland, aber die Zusammenfassung klingt, als ob jemand heimischen Personalchefs beim Fachsimpeln zugehört hätte: die Nähe zum Wohnort, der Umgang auf Augenhöhe und ein ehrliches Danke vom Chef. Das sind die wichtigsten Kriterien, die einen attraktiven Arbeitgeber ausmachen, schreibt der Münchner Berater Suite & Co nach einer Befragung von Hunderten Fachkräften und Personalern.

Kurze Wegzeiten, keine Staus mehr: Die Nähe zum Wohnort bzw. die gute Erreichbarkeit ist für Recruiter in Linz ein eher leidiges Thema. Lange galt das höhere Lohn- und Gehaltsniveau in der Stadt als Grund genug für Fahrzeiten von einer Stunde und mehr. Das hat sich längst gedreht. Mühlviertler Firmen berichten, dass sie sich umso leichter bei der Personalsuche tun, je länger die Staus von und aus Linz würden. Ähnliches ist aus der Pyhrn-Priel-Region zu hören.

Auch das zweite große Thema der Studie, der Umgang miteinander, wird neu bewertet. Gerade, wenn über die Freiwilligkeit von Mehrstunden diskutiert wird, geht es im Kern um Firmenkultur und Wertschätzung. Praktiker mit jahrzehntelanger Berufserfahrung tun sich manchmal schwer mit dem Selbstverständnis, mit dem Nachkommende ihren Wunsch nach Freizeit und deren Verfügbarkeit definieren. Lob, Dank und das Entgegenkommen bei speziellen Arbeitsgestaltungswünschen motivieren. Geld und Firmenautos zählen dagegen weniger.