Aus der Ferne

Aus der Ferne

Von Susanne Dickstein

Corona stellt uns alle vor unterschiedlichste Herausforderungen – ob in der Produktion, zu Hause in der Familie, in den Schulen, Geschäften und Büros. Überall müssen eingespielte Abläufe neu definiert und an die geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Manches bleibt auf der Strecke, anderes entdecken wir gerade neu und überlegen, wie es sich irgendwann in den "alten" Alltag integrieren lassen wird.

Eine besondere Aufgabe kommt in diesen Wochen den Führungskräften zu. Vielen von ihnen sind nicht gewohnt, auf Distanz zu führen, scharen ihre Teams am liebsten um sich. Dann lassen sich spontane Emotionen und Meinungen auch anhand von Mimik und Körpersprache beurteilen. Gesagtes lässt sich nachschärfen oder gegebenenfalls abschwächen.

Werden die Sitzungen durch tägliche Videokonferenzen abgelöst, bedarf es da strengerer Regeln in der Kommunikation: Wer spricht wann? Keiner hält Monologe, keiner fällt dem anderen ins Wort. Und bei aller Effizienz darf das, was gute Führung auch ausmacht, nicht zu kurz kommen: Ein paar private Sätze, ein Witz, Lob und Anerkennung.

Gute Führungskräfte vertrauen ihren Mitarbeitern. Wer das beherrscht, tut sich auch jetzt beim Führen auf Distanz nicht schwer.