Sigrid Brandstätter
Bild: OÖN

Der Wendepunkt

Kaum Beachtung fand diese Woche eine interessante Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche: Die Arbeit listet auf, wann in einzelnen EU-Ländern die Arbeitsnachfrage und das Arbeitsangebot ausgeglichen sein werden. Wann es also rechnerisch genauso viele verfügbare Erwerbstätige wie Beschäftigungsmöglichkeiten geben wird. Diese theoretische Parität bedeutet einen handfesten und breitflächigen Arbeitskräftemangel. Für Österreich wird der Wendepunkt auf dem Arbeitsmarkt für das Jahr 2029 berechnet. In Tschechien, Lettland und Polen ist das bereits 2021 der Fall. Weitere Länder Osteuropas folgen in den Jahren darauf. Dies, weil sie noch immer viele Arbeitskräfte an Westeuropa verlieren.

Deutschland folgt 2024 – wobei der Mangel an Nachwuchs in verschiedenen Branchen oder Regionen schon heute eklatant ist. 2030 ist es in den meisten EU-Ländern so weit.

Worauf wir uns einstellen können, lesen wir in den Schlussfolgerungen: Einwanderung, Finanzierung der Alters- und Kinderbetreuung, längeres Arbeiten werden die Diskussionen in Politik und Gesellschaft mehr denn je bestimmen.