Sigrid Brandstätter
Bild: OÖN

Tempo aufnehmen

Kürzlich fiel das Gespräch auf einen Firmenchef, der heuer erstmals schon vor dem Semesterzeugnis seinen künftigen Lehrlingen eine Zusage machen will. Er sei sich in seiner Auswahl ziemlich sicher und je länger er warte, desto weniger könne er gewiss sein, dass die Burschen und Mädchen nichts anderes hätten.

Richtig, kann man da nur sagen. Der knappe Arbeitsmarkt empfiehlt auch in anderen Recruiting-Bereichen viel schnelleres Agieren und Reagieren der Betriebe. Viele wollen es zwar nach wie vor nicht glauben, dass Bewerber nicht wochenlang auf eine Entscheidung warten. Wer in den Arbeitsmarkt einsteigen oder sich aus eigenem Antrieb verändern will, bewirbt sich bei mehreren Betrieben. Schnelligkeit zählt nicht nur auf der Kundenseite, sondern auch im Bewerbungsprozess.

Wobei eine schnelle Zusage immer weniger eine Garantie ist, dass die Vereinbarung von der zweiten Seite als verbindlich angesehen wird: Firmenvertreter berichten, sie müssten ihre Lehrstellen um bis zu 30, 40 Prozent "überbuchen". Ein näherer Arbeitsplatz, eine coolere Firma und die Jugendlichen springen ab. Daher wollen Firmen zu den attraktivsten gehören – etwa, indem sie lange vor dem Ausbildungsstart regelmäßig Kontakt zu ihrem künftigen Nachwuchs halten.