Sigrid Brandstätter

Wertewandel

Was ist das Wichtigste im Leben? "Gesundheit", antworten 97 von 100 Befragten, und zwar 1987 genauso wie 2019. Vor 32 Jahren lagen Beruf und Arbeit bei der Umfrage auf Platz zwei. Heute werden Bekannte, Freunde, Familie und Partnerschaft sowie Freizeit weit vor dem Broterwerb genannt.

Der Paradigmenwechsel weg von "Wir leben, um zu arbeiten" hin zu "Wir arbeiten, um zu leben" hat in den 1990er Jahren eingesetzt, beweist der Langfristvergleich des Linzer Meinungsforschungsinstituts Spectra im Auftrag des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung.

Die Arbeitswelt hat diese Veränderung natürlich längst nachvollzogen, Stichwort: Work-Life-Balance. Und es ist auch gut, wenn Privatleben und Beruf einander positiv beeinflussen.

Denn darum geht es: Das eine – die Arbeit – soll fordernd sein, erfüllend und darf Spaß machen, das andere – das Privatleben – genauso. Das Ausspielen der beiden wichtigen Lebensbereiche gegeneinander ist gestrig: Vermeintliche Sinnsprüche wie: "Der Montag hat gerade angerufen. Der Idiot kommt schon morgen!" verbreiten ein Bild, das der Arbeitswelt von heute nicht mehr entsprechen darf.