Mit Digitalisierung nimmt auch Identifikation mit eigenem Job ab
Bild: APA/BARBARA GINDL

Mit Digitalisierung nimmt Identifikation mit eigenem Job ab

Von Susanna Sailer

Laut EY-Studie hätte jeder Fünfte eine andere Karriere gewählt.

WIEN. Binnen fünf Jahren hat sich die Identifikation der Beschäftigten mit dem eigenen Beruf verringert. Fast jeder fünfte Mitarbeiter hätte einen anderen Berufsweg eingeschlagen, wäre ihm zu Zeiten der Ausbildung klar gewesen, wie sehr sich das angestrebte Berufsbild ändern würde. Männer hätten sogar im Wissen um die zukünftige Wandlung ihres Jobs deutlich häufiger eine andere Karriere angestrebt als Frauen. Das ist eines der Resultate einer Umfrage, für die die Wirtschafts- und Steuerberatung EY unter 1000 Österreichern durchführte.

Demnach hat die Digitalisierung bei 69 Prozent der Arbeitnehmer bereits einen großen oder sogar sehr großen Einfluss. Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass sich durch die Digitalisierung ihr eigener Aufgabenbereich zukünftig verändern wird, ein Viertel erwartet sogar "erhebliche" Veränderungen. Aber mehr als 90 Prozent der Befragten fühlen sich den Veränderungen gewachsen.

Ängste um Arbeitsplätze

Besonders hoch ist der Einfluss in der Telekommunikationsbranche sowie bei Banken und Versicherungen. In diesen Bereichen herrscht auch die größte Angst um die künftigen Arbeitsplätze.

Vergleichsweise gering ist der digitale Einfluss in der Bauwirtschaft, wo aber immer noch 51 Prozent einen sehr großen oder eher großen Einfluss der Digitalisierung erleben, und im Handel (64 Prozent). Zugleich fühlt im Handel und in der Bauwirtschaft mehr als jeder zehnte Befragte, dass er mit den Veränderungen nicht mehr Schritt halten kann. Im Banken- und Versicherungswesen sehen sich dagegen ausnahmslos alle Befragten in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt.