ÖBB-Fahrdienstleiterin Caroline Haidinger, Wien
Bild: ÖBB/Wolfgang Werner// ÖBB-Fahrdienstleiterin Caroline Haidinger, Wien

ÖBB bemühen sich, mehr Eisenbahnerinnen einzustellen

Bundesbahnen sind im EU-Vergleich das Schlusslicht beim Frauenanteil.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen mehr Frauen für Eisenbahnberufe gewinnen. Sie verfolgen damit – wie viele andere europäische Bahnen – das Ziel, mit mehr Frauen den Fachkräftemangel in einer alternden Gesellschaft zu bekämpfen und Joblücken zu füllen.

Mit derzeit 12,8 Prozent Frauenanteil an den Beschäftigten sind die ÖBB Schlusslicht unter den europäischen Bahnen. Im Bereich des Topmanagements haben die ÖBB hingegen mit 27,3 Prozent Frauen einen höheren Anteil als im europäischen Vergleich (22,3 Prozent). Im mittleren Management allerdings liegen die ÖBB mit 11,7 Prozent Frauenanteil wieder deutlich zurück.

Um gegenzusteuern, wird bei Aufnahmen neuer Beschäftigten mit Quoten gearbeitet. Laut Frauenministerin Ines Stilling würde eine generell verbindliche Quote einen Prozess ins Rollen bringen: "Dann müssten sich Unternehmen fragen, wie sie diese Quotenverpflichtung erfüllen und welchen Beitrag sie damit bewirken können."

Jobs haben sich geändert

Berufe, die früher mit schweren körperlichen Tätigkeiten im Freien verbunden und rein männlich besetzt waren, wie etwa Fahrdienstleiter, haben sich massiv verändert. "Fahrdienstleiter sitzen heute in der Zentrale und arbeiten am Computer, so wie Fluglotsinnen", sagt ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä.

Laut ÖBB-Aufsichtsrätin Olivia Janisch gehe es nun darum, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern, etwa im Schichtbetrieb und im Betriebsdienst – das helfe allen, nicht nur den Frauen. Immerhin gebe es heuer mit 18 Prozent weiblichen Lehrlingen bei den Bundesbahnen einen positiven Trend.