Polytec-Finanzvorstand an Junge: "Strengt euch an und denkt positiv"

Polytec-Finanzvorstand an Junge: "Strengt euch an und denkt positiv"

Von Ulrike Rubasch

Peter Haidenek gibt Tipps für eine erfolgreiche Karriere.

Welche Charaktereigenschaft braucht es, um eine erfolgreiche Berufskarriere hinzulegen? "Love it, change it or leave it!", antwortete Polytec-Finanzvorstand Peter Haidenek spontan, als er sich den Fragen der OÖNachrichten und der Schülerinnen und Schüler der HAK Traun stellte. Das bedeute, sich mit Einsatz und Feuer einer Aufgabe zu widmen und die Herausforderungen anzunehmen, die man nicht ändern könne. Weiters sei die Fähigkeit zu entwickeln, Schwierigkeiten positiv zu sehen. Denn je positiver man darüber denke, desto besser werde man sie bewältigen.

Das Positivmantra

So simpel dies klingen mag, es war dem Finanzvorstand des börsenotierten Autozulieferers die wichtigste Botschaft, die er den jungen Leuten mitgeben wollte. Ihm als ehemaligem Hochleistungssportler waren Prüfungen und stressige Testsituationen täglich Brot bei Trainings und den Wettbewerben. Seine Strategie, damit umzugehen, war und ist eben diese. Und die führte ihn immerhin in zahlreiche hohe Managementpositionen.

Wer sicher ist, sich gut auf schwierige Situationen vorbereitet zu haben, solle sich "wie ein Mantra vorsagen: ,Ich habe gut gelernt, ich kann das, ich schaff das, ich hab ja Einsatz gezeigt.‘" Wer sich ständig sage, ich schaff das nicht, werde schließlich versagen. "Das ist so sicher wie das Amen im Gebet. Viel mehr brauchen Sie nicht für eine erfolgreiche Karriere."

Haidenek hält es für entscheidend, authentisch zu bleiben. "Verkopfen Sie ihr Leben nicht zu sehr. Der Bauch weiß, was gut ist."

Welche Jobbewerber sind bei Polytec besonders gefragt? Datenspezialisten, sagt Haidenek. Aus großen Datenmengen Dinge abzuleiten, um effizienter zu produzieren oder aus Finanzdaten glasklare Aussagen zu formulieren, sei definitiv eine Schlüsselqualifikation.

Das zweite Kriterium – "und für mich ist das sehr, sehr hoch belegt", sei die Persönlichkeit eines Bewerbers oder einer Bewerberin. Ohne überheblich zu sein, solle der- oder diejenige überzeugt von den eigenen Fähigkeiten auftreten, mit der Einstellung, genau der oder die Richtige für den Job zu sein. "Je mehr positive Selbstsuggestion Sie betrieben haben, umso mehr wird das wirken. Das kommt rüber, auf das achten wir."

Noten sind nicht alles

Inwieweit sind gute Schulnoten entscheidend für den ersten Job? "Die sind mit Sicherheit ein guter Bonus, verschenkt den nicht! Aber wenn man brennt für die Aufgabe, ist es irgendwann egal, ob man eine Drei, eine Zwei oder eine Eins hatte." Oft würden sogar die Dreier-Kandidaten den entscheidenden Mehreinsatz zeigen, so Haidenek, der die Finanzverantwortung für weltweit 4500 Mitarbeiter hat.

Die Digitalisierung, die in der Autobranche in den nächsten Jahren Hunderttausende Jobs in Deutschland kosten wird, sei Faktum. Im Polytec-Werk in Ebensee wurden beispielsweise im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung 100 Mitarbeiter durch nur noch sechs (!) andere ersetzt.

Aber für Lernwillige werde es immer Jobs geben. "Bitte habt keine Zukunftsangst", rief er den Schülern zu, die ohnehin kaum Avancen zeigten, in der Autobranche zu arbeiten. "Strengt euch an, jeder nach seinen Möglichkeiten, denkt an das positive Denken, und wenn ihr etwas wollt, macht das aus ganzem Herzen!"