Schlechte Führung ist Hauptgrund für hohen Wechsel bei Mitarbeitern
Bild: Maksim Shmeljov

Schlechte Führung ist Hauptgrund für hohe Fluktuation

Laut Deloitte kostet Fluktuation pro Stelle im Schnitt 14.900 Euro

Unternehmen in Österreich kämpfen zunehmend mit einer hohen ungewollten Mitarbeiterfluktuation – vor allem in Schlüsselpositionen. Das Beratungsunternehmen Deloitte hat bundesweit 110 Führungskräfte zu diesem Thema befragt. Fazit: Die Unternehmen haben erhebliche Wissenslücken, was die von der Fluktuation betroffenen Berufsgruppen betrifft. "Dadurch verfehlen gute Ansätze ihr Ziel und gehen an den Bedürfnissen der Mitarbeiter vorbei", sagt Florian Brence von Deloitte Österreich.

Als häufigsten Austrittsgrund nennen 19 Prozent der Befragten Unzufriedenheit mit der Führung, gefolgt vom Thema Gehalt. Auch mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten sind ein genannter Unzufriedenheitsfaktor. 13 Prozent sehen hohe Fluktuationsbewegungen in fehlenden positiven Mitarbeitererlebnissen begründet.

Geld motiviert nur kurzfristig

"Unerwünschte Fluktuation lässt sich nicht durch eine bloße Gehaltserhöhung aus der Welt schaffen", meinte Brence. Mehr Geld bringe nur kurzfristig einen Motivationsschub. Um das Problem langfristig zu lösen, gelte es, sich kritisch mit der Qualität der Führungsarbeit und deren Weiterentwicklung auseinanderzusetzen.

Rascher Mitarbeiterwechsel sei auch teuer. Die durchschnittlichen Kosten liegen laut Berechnungen von Deloitte bei rund 14.900 Euro pro Stelle. Mit der Unternehmensgröße steigen die Aufwendungen. Bei mehr als 1000 Mitarbeitern belaufen sich die Gesamtkosten sogar auf 17.159 Euro.

Die Investition in strategische Maßnahmen gegen Fluktuation zahle sich also aus. Laut Umfrage würden derzeit aber nur 17 Prozent die Entwicklung ihrer Führungskräfte fördern. (Siehe auch Kommentar)